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Roland Best begründet Schließung der Tafel St. Ingbert

Reaktion auf Corona-Krise : Tafeln in St. Ingbert und Homburg bleiben geschlossen

. Die Tafeln im Saarland kümmern sich um die Ärmsten. Das wissen alle, die dort arbeiten. Doch die Bedrohung durch das Coronavirus trifft auch die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Nun werden die Tafeln in St. Ingbert und in Homburg geschlossen – schweren Herzens.

Von Montag, 16. März, bis zum 26. April bleiben die Tafeln geschlossen. „Wir haben keine andere Wahl“, sagt Roland Best, Vorsitzender der Tafel Homburg, die auch St. Ingbert mit betreibt. Best sieht ein zentrales Problem in den Schulschließungen: „Erfahrungsgemäß bringen Eltern ihre Kinder in den Ferien mit zur Tafel.  Jetzt sind die Schulen und Kindertagesstätten geschlossen.  Dann kommen die Kinder zur Tafel“, so der 57-jährige St. Ingberter.

Die Kinder seien aber potenzielle Träger des Virus und man wisse nie, wer sich nicht richtig die Hände gewaschen habe. Die 30 ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafel St. Ingbert und die 35 ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafel Homburg müssten geschützt werden, denn deren Durchschnittsalter liegt bei zirka 60 Jahren. Die Ehrenamtlichen gehörten also selbst einer Risikogruppe an, und genau da liege der momentan nicht auflösbare Konflikt.

„Insgesamt werden an beiden Stellen zusammen circa 220 Kunden nicht mehr mit Lebensmitteln versorgt. Per Handzettel wurden die Homburger Kunden im Laufe des Freitags benachrichtigt, so dass ein Großteil informiert ist. Sämtliche Lieferanten wurden angerufen und über die Schließung informiert. Seit dem 1. März reduzieren Lebensmittelläden ihre Ware kurz vor dem Verfallsdatum um 50 Prozent. Geraten wird den Kunden, diese Aktionen wahrzunehmen. Ich hoffe, dass sich in sechs Wochen alles beruhigt hat und wir unsere Arbeit wie gewohnt fortsetzen können“, so Best.