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Ritter Zwersch vom Kahlebersch muss kapitulieren

Ritter Zwersch vom Kahlebersch muss kapitulieren

St. Ingbert/Oberwürzbach. Noch vor der offiziellen Rathausstürmung bekam es Oberbürgermeister Hans Wagner am Samstagmorgen mit der Angst. Drum mischte er sich, samt dem heiß umkämpften goldenen Schlüssel, verkleidet als "Ritter Zwersch vom Kahlebersch" unter das närrische Volk vor "seinem" Rathaus in St

St. Ingbert/Oberwürzbach. Noch vor der offiziellen Rathausstürmung bekam es Oberbürgermeister Hans Wagner am Samstagmorgen mit der Angst. Drum mischte er sich, samt dem heiß umkämpften goldenen Schlüssel, verkleidet als "Ritter Zwersch vom Kahlebersch" unter das närrische Volk vor "seinem" Rathaus in St. Ingbert, um sich bei den Geierfrauen aus seiner Heimat Beistand zu holen. Nach dem Bad in der Menge ging's unerkannt wieder hinauf. "Ich habe das Rathaus erst erstürmt, dass ihr es schon wieder wollt, hat mich erzürnt", rief er Michael Wagner von der DNZ und Andreas Theis vom MGV Frohsinn später aus seinem Amtssitz entgegen, "mit meiner Rathausverteidigerdurchhalteparole wird sich von euch Pulverblättcher keiner den Schlüssel holen".

Doch die Narren vorm Haus hatten alles im Blick. Gerade wäre der "Ehemalige" mit seinem Schreibtisch wieder ins Rathaus eingezogen, dem Wagner mit seinem hölzernen Stampessstößer wohl kaum entgegentreten könnte. "Ihr Pseudo-Pappsoldate, was hab' ich zu tun mit dene Spate?", verteidigte sich der OB, "ich bin der Hans, der's kann." Leichtes Raunen in den eigenen Reihen und vereinzelte Pfiffe vorm Haus. "Was der Hans so alles kann, musst du erst beweise, bis jetzt war alles Sch ...", wurde Ritter Zwersch entgegengeschmettert. Da war es schon diplomatischer, dem Volk Einlass zu gewähren und es bei Speisen und Getränken zu beschwichtigen.

Da war sie noch die Schönste im ganzen Mauleselland: Wenige Augenblicke später kapitulierte Lydia Schaar jedoch. Foto: Oliver Bergmann.

Abgesetzt ist auch die Oberwürzbacher Ortsverwaltung. Für Lydia Schaar und ihre "faulen Zwerge" haben Anette Matheis und der Karnevalsverein aber eine neue Aufgabe gefunden: Sie reparieren in den Schlaglöchern des Fuhrweges jetzt die Schäden an den Autos, die durch sie entstanden sind. "De Blaumeiser kann is Geld kassiere unn dann kinnt ma im Sportverein für de Raseplatz spendiere." Da half auch Schaars Drohung, die Narren nach Australien zu verschiffen, nichts mehr. "Zum Dschungelcamp schicke mir eich all, viel Intelligenz ich bei eich jo nitt der Fall. De beschde Voraussetzunge für de australischer Busch, dort gebbts kenn großes faasensachtsgetusch." Doch bevor die Ortsratsmitglieder in die Blaumänner schlüpften und in die tiefen Krater des Fuhrweges hinabstiegen, ging es gemeinsam in die Oberwürzbachhalle, denn zunächst hatten alle nur eins im Kopp: Feiere un Alleh hopp. con/obe