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Ringer des KSV St. Ingbert sind trotz Corona nicht am Boden

KSV St. Ingbert fürchtet aber noch monatelange Einschränkungen : KSV-Ringer sind trotz Corona nicht am Boden

Am 15. Dezember 2019 schien für die Ringer des KSV St. Ingbert die Welt noch in Ordnung zu sein. Damals wurde in einem Oberliga-Kampf in der Hasseler Eisenberghalle der AC Heusweiler II deutlich mit 28:7 bezwungen.

Im St. Ingberter Verein durfte man sich anschließend auf eine besinnliche Weihnachtszeit freuen.

Zu diesem Zeitpunkt wusste man noch nicht, dass die Corona-Pandemie bevorsteht und sich nicht nur im Amateursportbereich erheblich auswirken wird. Auch der aktuelle Pressewart und ehemalige, langjährige Vorsitzende Stefan Spang ahnte damals noch nichts von dem, was auf seinen Verein zukommen sollte. „Man kann einfach nur sagen, dass die Corona-Krise unseren Verein sehr belastet. Man kann von Glück sagen, dass wir noch vom Land beziehungsweise vom LSVS finanzielle Unterstützung bekommen. Diese Rückendeckung ist für unseren Verein extrem wichtig. Von der finanziellen Seite aus spüren wir dennoch die Pandemie. Es ist aber möglich, aufgrund der Unterstützung da irgendwie durchzukommen“, meint Spang.

Es gebe aber auch die Kehrseite der Medaille – die sportliche Situation. So hatten sich die St. Ingberter Verantwortlichen wie gewohnt extrem für den Nachwuchsbereich eingesetzt. Und es sei in Planung gewesen, für 2020 auch eine Schülermannschaft an den Meisterschaftsstart zu schicken. „Alle Jungs hätten gerne gekämpft. Und ich muss sagen, dass wir bis zum Beginn von Corona bei uns hier im Saarland auch richtig gut vorbereitet waren. Doch dann hatte es uns auch mit einem Corona-Fall erwischt. Und dementsprechend konnten wir auch nicht mit einem Heimturnier in die neue Saison starten“, blickt der Pressesprecher enttäuscht zurück.

Der Verband hatte aufgrund der Pandemie nach Lösungswegen gesucht und sich für eine Turnierform entschieden. Beim KSV St. Ingbert war ein umfangreiches Hygienekonzept erstellt worden. Als sich aber ein Nachwuchsringer mit dem Virus infizierte, musste das Heimturnier abgesagt werden. Letztlich fiel die komplette Runde aus, so dass sämtliche Trainingsmühen in den Wochen und Monaten umsonst waren. Momentan liege der komplette Trainingsbetrieb brach. „Es ist wohl wie bei allen anderen Vereinen. Man schreibt sich übers Handy und macht sich gegenseitig Hoffnung, dass bald wieder alles starten wird. Auch mit den Eltern der Kinder stehen wir in regem Austausch. Die etwas älteren Ringer halten sich eigenständig fit und joggen im Wald oder betreiben zu Hause Gymnastik“, erzählt Spang.

Doch dies sei kein Ersatz für das Training im Ringersport. „Da musst du miteinander trainieren und die Abläufe perfektionieren. Ich glaube auch nicht, dass im Februar oder März alles ausgestanden ist. Gerade bei uns im Ringerbereich gehe ich von einem noch längeren Kontaktverbot aus“, befürchtet der Pressewart. Er hoffe darauf, „dass sämtliche Ringer und auch die Eltern der Nachwuchssportler zu uns stehen. Es wäre komplett der falsche Weg, die Kinder abzumelden. Dann wären sie wohl nur noch im E-Sport oder ähnlichem zu finden und machen sportlich eventuell gar nichts mehr. Ich befürchte, das ist eine Geschichte, die uns langfristig treffen wird“, sagt Spang.

Auch für die Aktiven des KSV St. Ingbert ist momentan eine Trainings- und Wettkampfpause angesagt. Foto: Stefan Holzhauser
Stefan Spang befürchtet eine noch länger andauernde Pause. Foto: Stefan Holzhauser

Derzeit sei das Vereinsleben mit dem vor der Pandemie nicht mehr vergleichbar: „Vor allem die sozialen Kontakte fehlen ungemein. Die Kinder und Erwachsenen können sich nicht mehr treffen. Gerade bei uns im Verein gibt es sehr viele Menschen, die hier zu echten Freunden geworden sind. Wir sind ein durchweg familiär geprägter Verein“, betont der Pressewart. Und rein sportlich gebe es derzeit keine Prognosen – „nur Hoffnungen. Wir müssen versuchen, da irgendwie bestmöglich durchzukommen. Und irgendwann kehren wir hoffentlich zum Normalbetrieb zurück.“