Respekt für die Ära Lindemann

Clemens Lindemann war in seiner langen Zeit als Landrat in Homburg im Katastrophenfall auch für die Wehren und den Katastrophenschutz im Saarpfalz-Kreis zuständig. Am Freitag haben diese ihn mit einem sehr atmosphärischen Zapfenstreich verabschiedet.

Es war eine historische Nacht, die die Feuerwache am Hochrech da am Freitag erlebte: Mit einem großen Zapfenstreich wurde der frühere Landrat Clemens Lindemann aus dem Kreis der saarpfälzischen Feuerwehren und des Katastrophenschutzes verabschiedet.

Und was die Abordnungen der Wehren zusammen mit der Bergkapelle St. Ingbert gemeinsam unter der Leitung von Manfred Abmeier als Führer der Ehrenformation in die Nacht zauberten, das war Gänsehautstimmung pur. Doch bevor es vor der Feuerwache festlich wurde, gehörte der Abend den Rednern. Vor geladenen Gästen zollten Manfred Rippel und Philipp Burgard für den Kreisfeuerwehrverband, Uwe Wagner als Kreisbrandinspekteur und Landrat Theophil Gallo Clemens Lindemann viel Respekt für dessen Wirken in den zurückliegenden 30 Jahren - Jahren, in denen er in seiner Funktion als Landrat auch immer dann oberster Chef aller Wehren und des Katastrophenschutze im Kreis war, wenn es zu einem Katastrophenfall kam.

Wagner wagte vor diesem Hintergrund einen Rückblick auf die Ära Lindemann und erinnerte - neben vielen Veränderungen in der Arbeit von Feuerwehr und Katastrophenschutz - unter anderem an die brisante Hochwasserlage in und um Blieskastel im Jahr 1993. "Wer unseren Landrat kennt, der weiß, dass er damals an vorderster Front gekämpft hat. Ich habe mir sagen lassen, dass Clemens Lindemann stets an der Einsatzführung beteiligt war."

An solche und andere Geschichten erinnerten die Redner, bevor Clemens Lindemann selbst ans Mikrofon trat - und das gleich zu Beginn mit einem deutlichen Augenzwinkern: "Es tut ja schon gut, wenn man hört, wie gut man war. Ich habe gerne zugehört und freue mich. Und ich bin dankbar!"

Auch Lindemann selbst ließ die 30 Jahre seiner Zeit als Landrat Revue passieren, schilderte seine persönlichen und durchaus auch bedrückenden Erfahrungen, die er im Angesicht so manches Einsatzfalles habe machen müssen. Dann gab Lindemann "seinen" Wehren und dem Katastrophenschutz des Kreises zum Schluss noch etwas mit auf den Weg: "Ich bin sehr dankbar, dass ihr dieses Ehrenamt so sorgfältig ausübt. Wir haben an sieben Tagen in der Woche und 24 Stunden am Tag ehrenamtliche Freunde, die dann, wenn sie gebraucht werden, in Minuten zur Stelle sind. Das ist etwas, was man gar nicht hoch genug bewerten kann. Das ganze Jahr über seid ihr bereit." Bevor es dann raus vor die Feuerwache und zum großen Zapfenstreich ging, wurde Lindemann noch eine besondere Ehre zu teil: Er durfte sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen.

Anschließend wurde es feierlich. Unter den Klängen der Bergkapelle St. Ingbert und kommandiert von Manfred Abmeier von der Feuerwehr St. Ingbert zogen Musiker, Fackelträger und Ehrenformation ein. Zuerst mit einer Serenade, dann mit dem großen Zapfenstreich selbst, geschlossen von der Deutschen Nationalhymne, erfuhr Clemens Lindemann eine beeindruckende Verabschiedung, gekrönt mit einem kleinen Feuerwerk.