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Rentrisch lechzt nach digitalem Fortschritt

Rentrisch lechzt nach digitalem Fortschritt

Haushalte östlich der Hauptverkehrsader im St. Ingberter Stadtteil träumen vom schnellen Internet

An einigen Straßen in Rentrisch ist der digitale Fortschritt vorbeigegangen. Wenn also irgendwo in Rentrisch Fahrzeuge mit dem Aufdruck "Telekommunikation" oder "Glasfasernetz" am Straßenrand halten oder gar Erdarbeiten ausgeführt werden, ist ihnen deshalb die Aufmerksamkeit der Rentrischer Bürger gewiss. So sah Helga Roth (SPD) Ende 2016 auf der der Bahnstrecke zugewandten Seite der Unteren Kaiserstraße, wie dort Leitungen verlegt wurden.

Auf ihre Anfrage bei den ausführenden Technikern hin bekam sie zur Antwort, dass man die Kabel bewusst gegenüber der Häuser verlege, um dort bereits installierte Leitungen nicht zu beschädigen. Nun stellte das Ortsratsmitglied in der jüngsten Ortsratssitzung die Frage, wie die Anschlüsse über die Straße hinweg erfolgen sollen. Von der Stadtverwaltung wollten sie und Ortsvorsteher Dieter Schörkl wissen, wie es überhaupt um den Ausbau des Glasfasernetzes in Rentrisch bestellt ist. Aus dem Rathaus wurde mitgeteilt, dass die Stadt St. Ingbert gemäß Paragraf 68 Telekommunikationsgesetz Genehmigungen für die Installation eines Glasfasernetzes in vier "Etappen" vergeben habe. Im April 2007 habe es für den Antragsteller KPN, die Königliche Post- und Telefongesellschaft der Niederlande, eine Erlaubnis für die Untere Kaiserstraße mit den Hausnummern 6 bis 65, die Heinestraße 1a bis 30 und die Blecherdell gegeben. Im Oktober 2009 holte die saarländische Firma Inexio die Genehmigung für die Untere Kaiserstraße 67 bis 75, Am Spellenstein 1 bis 5 sowie den Neuweiler Weg bis zur Nummer 49 ein, im März 2011 für das Dudweiler Tal vom Albertsweiher bis zur Stadtgrenze und im April vergangenen Jahres für die Untere Kaiserstraße 1 bis 75. Wie es in der Sitzungsvorlage hieß, müssen die Versorger für Neuanlagen beim Straßenbaulastträger, also der Stadt, lediglich die Genehmigung einholen, aber Wie und in welcher Form die bestehenden TK-Linien betrieben oder verändert würden, bedürfe keiner weiteren Zustimmung, weshalb der Stadt auch keine genauen Informationen vorlägen. "Wenn ich das richtig herausgelesen habe, heißt das also, dass die Stadt nach Vergabe der Genehmigung nicht weiß, was passiert", so Helga Roth in der Sitzung. Die Frage, die den Ortsrat nach Kenntnis der "verkabelten" Straßen beschäftigte, war nicht nur, welche Stadtgrenze im Dudweiler Tal gemeint sei, sondern auch, wie die Rentrischer an die Leitungen herankommen.

Das betreffe nicht nur, wie der Ortsvorsteher anmerkte, die jenseits der Häuser in der Unteren Kaiserstraße verlegten Leitungen, sondern vor allem die Haushalte östlich dieser Hauptverkehrsader, die noch vom schnellen Internet träumen.