Reise in längst vergangene Zeiten

Gersheim. Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Gersheim lag wohl im Jahre 1150. Just in diese Zeit ließen sich die zahlreichen Besucher des ersten Mittelaltermarktes, aber auch Ortsvorsteherin Waltraud Oberinger, die das Spektakel eröffnete, zurück versetzen. Der historische Dorfkern um die Pfarrkirche verwandelte sich zwei Tage in ein idyllisches und verwinkeltes Händlerviertel

Gersheim. Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Gersheim lag wohl im Jahre 1150. Just in diese Zeit ließen sich die zahlreichen Besucher des ersten Mittelaltermarktes, aber auch Ortsvorsteherin Waltraud Oberinger, die das Spektakel eröffnete, zurück versetzen. Der historische Dorfkern um die Pfarrkirche verwandelte sich zwei Tage in ein idyllisches und verwinkeltes Händlerviertel. Ob Helme, Damastmesser, Fackeln, Kettenhemde, Pfeile, Köcher, Schilde, Zuckerhexer oder auch Musikinstrumente, all das war für den Freund historischer Utensilien trefflich aufgereiht.

Feldlager sorgten für Flair

Anja Baldauf, die in der Dekan-Schindler-Straße seit fast einem Jahr ihren Mittelalterladen Anjas Kraemerey betreibt, war die Initiatorin und Organisatorin der zweitägigen Zeitreise. Neun Feldlager hatten sich rund um die Dekan-Schindler-Straße aufgebaut, sorgten für lebendiges mittelalterliches Flair. "Hier finde man die Crème de la crème der Händler, aber auch der Gruppen", meinte Frank Leonhard, der während des Mittelalterspektakels auch für die Show- und Aktionseinlagen verantwortlich war und als Graf von SteinQuartier bezogen hatte.

Ihm zur Seite stand Susanne Mitscher als Feldgräfin von Daun mit ihrer Tochter, der Prinzessin von Daun (Fabienne Mitscher). Hörte man die Klänge der vier Spielmänner von Eulental in allen Gassen und auf der Bühne hinter dem Ökologischen Schullandheim Spohns Haus, wurde Tavernenspektakel geboten und sogar ein Marktgericht abgehalten. Die freien Sachsen mit ihrem offenen Grafenlager hatten sich im Pfarrgarten niedergelassen. Die Mitglieder, die aus der Region um Pirmasens stammen und die sich vor zwei Jahren zusammen gefunden hatten, zeigten etlichen interessierten Gästen das Leben um das Jahr 750. Als Graf und Gräfin von Hohenfels hatten Petra und Rudolf Rudolph viel zu erzählen. "Wir freuen uns auf jeden Besucher, wollen wir doch die Zeit des achten Jahrhunderts anderen näher bringen". In ihrem Merlin-Zelt zeigten sie auch, wie die Vorfahren wohnten und dass zum Beispiel Bett, Tisch oder auch Kommoden handgemacht, als Steckmöbel hergestellt worden sein sollen. Quasi ein Heimspiel hatte die Templerkomturei aus Pinningen um Edgar von Pinningen und Johannes vom Gollenstein, die die Zeit um 1240 darstellten.

"Wir hatten die Ehre und Freude, beim ersten Mittelaltermarkt Gersheim dabei sein zu dürfen. Es war ein sehr schöner Markt. Sämtliche Lagergruppen waren wirklich sehr gut und boten einen schönen Überblick über diverse Zeiten und Bevölkerungsschichten im Mittelalter. Die Auswahl der Händler war sehr gut, Speis und Trank waren reichlich vorhanden", heißt auf der Webseite der Templerkomturei Pinningen. Derweil hatten sich die Gersheimer Landfrauen in der Pfarrscheune niedergelassen. Sie verwöhnten ihre Gäste mit Odin-Bier, leckerer Kässchmier oder auch den deftigen Schmalzbroten.