Rattenplage auf dem WVD-Gelände in St. Ingbert

Auf WVD-Gelände : Rattenplage sucht die Innenstadt heim

Der Ortsrat besichtigte wegen Beschwerden von Anwohnern das ehemalige WVD-Gelände.

Immer wieder gibt es Sichtungen von Ratten im Stadtgebiet, die sich nicht nur entlang des Großbaches bewegen, sondern auf der Suche nach Fressbarem auch Terrassen, Hauseingänge und Keller heimsuchen. Manfred Schmelzer wohnt in der Poststraße und kann über einige Begegnungen mit den Tieren berichten. In einem Ortsrat-Termin machte er die „paradiesischen Verhältnisse“ für den Rattenbefall verantwortlich, die die Nager auf dem ehemaligen Gelände der Westpfälzischen Verlagsdruckerei (WVD) vorfinden. Aufgrund der Klagen von Anwohnern kontrollierte die Stadtverwaltung die besagte Fläche und machten den an den verschiedensten Stellen liegenden Müll und Unrat, der die Ratten anziehe, als Herd des Übels aus.

Bei ihrem Gang über das WVD-Gelände stellten die Mitarbeiter der Stadt auch tatsächlich einen Rattenbefall fest. Die stark verschmutzte Örtlichkeit mit vielen Rückzugsmöglichkeiten im Gestrüpp böte für die Vierbeiner geeignete Lebensräume. Gemäß der Verordnung über die Rattenbekämpfung seien die Grundstückseigentümer zur Bekämpfung derSchädlinge verpflichtet. Die Besitzer hätten mit der Beseitigung von illegal abgelagertem Müll auch dafür zu sorgen, dass sich die Ratten nicht weiter vermehren können. Die im Rathaus zuständige Abteilung sei über die festgestellten Mängel informiert und angewiesen worden, die Grundstücke zu säubern und eine Rattenbekämpfung durchzuführen. Allerdings teilte die Bauverwaltung mit, dass in kurzer Zeit nach Aufräumaktionen bereits wieder Müll „von einem bestimmten Personenkreis“ abgelagert werde. Der „Schmelzkanal“ mit dem ihn umgebenden feuchten Milieu würde ebenfalls dazu beitragen, dass sich die Tiere in diesem Bereich wohlfühlten. Man müsse versuchen, des Problems auch in Hinsicht einer möglichen Bebauung nachhaltig Herr zu werden. Derzeit suche die Verwaltung nach solch einer dauerhaften Lösungen.

Neben einer kurzfristigen Rattenbekämpfung mittels Auslegung eines Giftköders durch Kammerjäger müssten auch langfristige Maßnahmen in Erwägung gezogen werden. Dazu sollen auf den städtischen Flächen die Nahrungsangebote für die Tiere und die Schlupfwinkel, in die sie sich zurückziehen können, entfernt werden. Außerdem soll eine erneute Vermüllung unterbunden werden. Des Weiteren müsse der zentral im Gelände liegende Hausgarten durch die Eigentümerin entsprechend instand gehalten werden. „Auf den städtischen Flächen wird eine signifikante Reduktion der vorhandenen Vegetation unvermeidbar sein“, heißt es im Schreiben aus dem Rathaus an den Ortsrat weiter. Eine Prüfung der Durchführbarkeit, auch in Hinblick auf die Naturschutzgesetze und der damit verbundenen zeitlichen Einschränkungen, gelte es abzuwarten.

Ortsvorsteher Ulli Meyer plädierte in diesem Zusammenhang dafür, den städtebaulichen Missstand, der mit dem brachliegenden WVD-Gelände verbunden ist, endlich zu beseitigen. „Man muss ja aber mit den Maßnahmen nicht erst warten, bis mal was gebaut wird“, sagte ein Anwohner daraufhin. Manfred Schmelzer pflichtete ihm bei und wünschte sich, man möge das „Gelände endlich mal komplett neu überplanen“.

Mehr von Saarbrücker Zeitung