Kostenpflichtiger Inhalt: Zu schnell unterwegs in Wohngebiet : Anwohnerin ärgert sich über Raser

Zu schnell fahrende Autos in der Albert-Weisgerber-Allee führen zum Unmut einer dortigen Anwohnerin. Besonders Kinder seien von den Rasern bedroht.

„Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben“, heißt es im bekannten Sprichwort, das in der St. Ingberter Albert-Weisgerber-Allee aber ein ganz anderes Ende findet. Nämlich: „Wenn es der rasende Nachbar nicht will“. Dabei könnte alles so einfach sein.

„Das ist eigentlich eine Spielstrase oder ein verkehrsberuhigter Bereich“, erklärt eine Anwohnerin, die ihren Namen allerdings nicht nennen möchte, „da sollte man normal mit sieben Kilometern in der Stunde durchfahren. Hier fahren welche über 30.“ Eigentlich ist die Albert-Weisgerber-Allee eine Durchgangsroute durch das Wohngebiet, 50 Kilometer pro Stunde sind erlaubt.

Doch gibt es parallel zur eigentlichen Straße verlaufend einen verkehrsberuhigten Bereich - abgetrennt durch eine mit Bäumen bestandene, einige hundert Meter lange Verkehrsinsel. Den Parallelweg nutzen neben Paket-, Liefer und Pflegediensten eigentlich nur die Anwohner. „Einige nehmen Rücksicht, anderen ist es egal, dass hier Kinder spielen, mit dem Rad fahren, zum Spielplatz oder zur Schule gehen“, sagt die Frau, die selbst Mutter zweier Kinder ist: „Einmal war meine Schwester zu Besuch mit ihren Kindern. Da wäre ein Kind fast unter ein Auto gekommen.“

Besonders schlimm sei es morgens und abends, wenn die Leute zur oder von der Arbeit kämen. Die Stadt St. Ingbert habe sie eingeschaltet. „Die waren sehr hilfsbereit, haben sich die Sache angeschaut und zumindest weiße Warnhinweise auf den Boden gemalt.“ Zudem sei zwischenzeitlich für eine Woche eine elektronische Geschwindigkeitsanzeige installiert worden. „Das hat zumindest kurzfristig geholfen. Der nächste Schritt wären halt Blitzer. Aber das möchte ja auch niemand.“ Eine weitere Verengung der Fahrbahn sei nicht möglich, weil sonst Feuerwehrfahrzeuge nicht mehr durchkommen, auch der Idee von quer verlaufenden Schwellen habe man seitens der Stadt eine Absage erteilt. „Die seien zu gefährlich für Radfahrer.“

Einige hundert Menschen nutzen täglich diesen Teil der Albert-Weisgerber-Allee. Eine sehr begrenzte Zahl, bei der man eigentlich mit gegenseitiger Rücksicht noch rechnen könnte. Schließlich müsste man sich eigentlich kennen. Doch scheinbar hat das bekannte Sprichwort in diesem Fall leider doch recht. Auch mit seinem unbekannten Ende.

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