Rasen fällt durchs Raster

Oberwürzbach wird wohl kein Geld für einen Naturrasen auf der Platzanlage des Sportvereins bereitgestellt. Das erfuhr der Ortsrat am Mittwochabend auf seiner Haushaltssitzung im St. Ingberter Rathaus.

Entsetzen, Wut und Frust in Oberwürzbach: Der SV-Sportplatz ist aus dem Entwurf zum Doppelhaushalt 2013/14 geflogen. Warum das so gekommen ist, fragen sich jetzt - bis auf die Stadtverwaltung - fast alle Beteiligten.

Für den Abteilungsleiter Haushalt, Bruno Rebmann, ist die Sache klar. "In den Listen war der Platz lange dabei. Aber irgendetwas musste rausfliegen." Das mag angesichts der angespannten Haushaltslage zwar stimmen, aber es steckt mehr dahinter. Die städtische Beauftragte für Vereine und Sport, Kathrin Lorscheider, erinnert auch an Spielregeln, die offenbar nicht eingehalten wurden. "Wir haben immer gesagt, dass ein Naturrasenplatz für Oberwürzbach nur nach dem Rentrischer Modell machbar ist." Das bedeutet: Der Verein pachtet den Sportplatz, tritt als Bauherr mit Firmen in Kontakt, übernimmt 18 Prozent der Baukosten und kümmert sich anschließend um Pflege und Instandhaltung der Anlage.

Der zweite Vorsitzende des SVO, Hans-Joachim Schubert, erklärte, dass der Verein über die letztgenannten Punkte verhandeln wollte. Der Verein hätte Mäh-Arbeiten übernommen, wollte aber für die weitere Pflege die Stadt mit im Boot haben. Lorscheider: "Das können wir nicht stemmen."

Die Ortsratsmitglieder reagierten entsetzt. Dunja Sauer (SPD) erinnerte daran, dass der Ortsrat dem Verein mit 40 000 Euro unterstützen wolle. Dieses Geld steht stehe dem Rat seit Jahren für Maßnahmen zur Ortsentwicklung zur Verfügung. Außerdem seien mit Fördergeldern der Sportplanungs-Kommission und des Innenministeriums zu rechen. Doch Kathrin Lorscheider bezweifelt, dass diese Rechnung so einfach aufgeht "Es ist unklar, ob sich Kommissions- und Landeszuschüsse nicht gegenseitig ausschließen. Aber das überprüfen wir derzeit."

Abgesehen vom Ergebnis steckt der Verein in einer Sackgasse. Schubert: "Den Zuschussantrag bei der Sportplanungs-Kommission können wir erst stellen, wenn der Erbbau-Vertrag abgeschlossen ist und Geld im städtischen Haushalt zur Verfügung steht."

Kein Geld im Haushalt bedeutet also keine Chancen auf Förderung und letztendlich kein Rasenplatz. Dabei hat der Tennenplatz seine besten Tage längst hinter sich. Mehr noch: Vereine, deren Mannschaften nicht auf Natur- oder Kunstrasenplätzen spielen, haben keine Zukunft. Einem komplett neuen Aschenbelag erteilte Bernhard Blaumeiser (CDU) deshalb eine Absage. Sein Parteikollege Patrick Schmitt forderte die Stadt auf, die Kosten, die durch die Unterhaltung der bestehenden Spielfläche entstehen, denen eines Rasenplatzes gegenüber zu stellen.

Auf das gestrichene Sportplatz-Geld reagierte der Ortsrat mit einem neuen, einstimmig verabschiedeten, Antrag auf Einstellung der notwendigen Mittel in den Haushalt, verbunden mit einem Antrag auf Zuschüsse des Landes. Das letzte Wort hat der Finanzausschuss der Stadt, er tagt am Donnerstag, 20. Juni.

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Auf einen BlickOberwürzbachs Wehrleute dürfen im Winter 2014/15 in ihr neues Löschfahrzeug einsteigen. Ebenso ist Geld für die Sanierung der Ommersheimer Straße und für Stühle und Tische der Altenbegegnung in der Kita bereitgestellt worden. obe