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Rapper Kevin Quint aus Idar-Oberstein spricht über seine Musik

Portrait eines Rappers : Dieser Sänger will kein Blatt vor den Mund nehmen

Der Rapper Kevin Q. aus Idar-Oberstein hat ein neues Album veröffentlicht und noch viel vor.

Rapper strahlen mit ihrer rauen Art, Musik zu kommunizieren, häufig eine harte Manier aus, die sie schnell oberflächlich wirken lässt. Mit Kevin Quint beheimatet Idar-Oberstein einen solchen Künstler, um dessen Musik mancher kritischer Hörer von vorneherein einen weiten Bogen macht, teilt ein Sprecher mit. Ein Blick hinter die Fassaden von Kevin Quint und seiner Musik zeige, dass einen manches Vorurteil fehlleiten kann.

Ursprünglich in englischer Sprache begonnen, schreibt und produziert Quint heute nur noch deutschsprachigen Rap. Wichtig ist für den im Jahr 1995 geborenen Musiker vor allem, Menschen mit Botschaften ins Positive hin zu beeinflussen. „Ich möchte die Leute zum Nachdenken anregen“, erklärt der Rapper. Privat höre er Musik aus ganz verschiedenen Musikrichtungen, so Rock wie Bon Jovi und Greenday. Aufgewachsen ist er mit Rap von Eminem, 2Pac, The Notorious B.I.G. und Nas. Faszinierend am Rap empfindet er, dass der Fokus dort am ehesten auf den Wörtern und dem Inhalt liegt. „In anderen Musikrichtungen geht es darum, dass die Lieder möglichst rund klingen – beim Rap kann man viel mehr Inhalt vermitteln“, erklärt Quint.

Gerade jüngere Musiker wollten vor allem möglichst viele Klicks für ihre Lieder und damit bekannt werden – das sei aber der falsche Ansatz, meint Quint. „Ein sinnvolles Profil zu entwickeln, ist sehr wichtig. Als Künstler sollte man für etwas stehen, womit die Menschen einen in Verbindung bringen“, erläutert Quint. So wolle er als Interpret das Image verkörpern, mit tiefgründigem Blick nach vorne zu gehen, kein Blatt vor dem Mund zu nehmen sowie Werte und Prinzipien zu vermitteln. In seinen Liedern kritisiert der gelernte Bankkaufmann neben Banken auch die Pharma- und Rüstungsindustrie.

Privat spreche er viel mit seinem besten Freund und Geschäftspartner Tristan Logiewa über tiefgründige Themen. Bereits zu Schulzeiten auf dem Göttenbach-Gymnasium in Idar-Oberstein teilten die beiden die gleichen Werte und haben noch immer dieselben Visionen wie damals. So gründeten die beiden bereits zwei gemeinsame Unternehmen im Musikgeschäft. Mit „Riverflow Entertainment“ mussten sie Insolvenz anmelden, nachdem im Jahr 2017 beim Summer Fade Out-Festival am Bostalsee nicht genügend Zuschauer erschienen sind.

Mit dem Thema „Echte Freundschaft“ beschäftigt er sich auch in seinem Titel „Tunnelblick“ aus dem Album „Pangäa“. Darin rappt er: „Will nicht lügen oder schweigen. Erst die harten Zeiten zeigen, wer sind Freunde, wer sind Feinde. Und du lernst zu unterscheiden.“

Zu Kritik habe er gelernt, eine gesunde Distanz zu halten, da man als jemand, der aus der Reihe tanzt, automatisch ins Gerede komme. Nichtsdestotrotz empfindet er es als besonders wichtig, regelmäßige Selbstreflektion zu betreiben und auf genügend Sport, Ernährung und Bildung zu achten. Er spricht vom „Magischen Viereck“. So joggt er fast jeden Morgen fünf Kilometer und achtet bewusst auf gesunde Ernährung. Einmal pro Monat fastet der Rapper aus spirituellen Gründen für 24 Stunden. Dann trinkt er nur Wasser. In der Woche vor Weihnachten hat er sich gar eine Woche lang ausschließlich von Wasser, Brühe und Tee ernährt. Mindestens 30 Minuten pro Tag nimmt er sich zudem bewusst Zeit zum Lesen.

Rein um sich weiterzubilden - nicht wegen der Abschlüsse – habe er auch ein Fernstudium zum psychologischen Berater und im Bereich Betriebswirtschaftslehre absolviert. Ziel ist es für ihn, seinen momentanen Erfolgsweg weiterzugehen, neue Songs zu produzieren, Liveauftritte zu planen, aber auch junge Künstler mit Rat und Tat zu unterstützen und diesen an seinen Erfahrungen teilhaben zu lassen. Immer wieder erwähnt er, „höhere Ziele“ anzustreben. So hat er einen disziplinierten Tagesablauf. Nach dem morgendlichen Joggen verbringt er den Tag im Studio damit, Songs zu schreiben und zu produzieren, gestaltet Covers und Plakate, pflegt seinen Instagram-Account. „Nichtstun fällt mir schwer, meine Berufung liegt im Arbeiten“, sagt Quint.