Raketen ohne Risiko zünden

St. Ingbert. "Dinner for one", Fondue, "Ein Herz und eine Seele" und Bleigießen: Der letzte Tag des Jahres verläuft für viele nach festen Ritualen. Ein lautes und farbenfrohes Feuerwerk darf dabei natürlich nicht fehlen. Kommen illegale Feuerwerkskörper oder der fahrlässige Umgang auch mit geprüften Produkten ins Spiel, hört der Spaß allerdings schnell auf

St. Ingbert. "Dinner for one", Fondue, "Ein Herz und eine Seele" und Bleigießen: Der letzte Tag des Jahres verläuft für viele nach festen Ritualen. Ein lautes und farbenfrohes Feuerwerk darf dabei natürlich nicht fehlen. Kommen illegale Feuerwerkskörper oder der fahrlässige Umgang auch mit geprüften Produkten ins Spiel, hört der Spaß allerdings schnell auf.

Die Gefahr für Leib und Leben lässt sich aber in Grenzen halten, wenn ein paar Richtlinien eingehalten werden. Der Malteser Hilfsdienst, der auch in St. Ingbert präsent ist, weißt darauf hin, dass entzündete Knallkörper schnell weggeworfen werden sollen - selbstverständlich nur in eine Richtung, in der sich nicht andere Personen aufhalten. Weiter können geschützte Ohren Gehörschäden vorbeugen - die bekannten China-Böller erzeugen unter Umständen mehr Lärm als ein startendes Flugzeug. Zum eigenen Schutz sollte die Kleidung schwer entflammbar sein.

Wer darauf achtet, dass das Feuerwerk von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) zugelassen wurde, ist bereits in vielerlei Hinsicht auf der sicheren Seite.

Das sieht auch der St. Ingberter Feuerwerks-Fachmann Christian Linke so: "Auf die BAM-Nummer und das CE-Siegel sollten die Leute achten." Seit Jahren warnen Behörden vor illegal importierten Waren aus Osteuropa, doch Christian Linke weißt auch auf Produkte aus Frankreich hin. Speziell bei Kugelbomben heißt es: Finger weg. Linke: "Diese Bomben sind in Deutschland nicht zugelassen - und das werden sie auch niemals sein. Ihr Import und Besitz sind strafbar. Wer erwischt wird, dem droht eine Geldstrafe bis zu 50 000 Euro oder bis zu zehn Jahren Haft."

Besser ist also auf jeden Fall, Waren im Handel diesseits der Grenze zu kaufen. Zu 99,9 Prozent, sagt Linke, sind die hier erhältlichen Produkte sicher und geprüft. Nur: Neidisch macht man seinen Nachbarn damit nicht unbedingt. Unter der Quantität leidet die Qualität. Die liefern kleinere Hersteller, deren Produkte allerdings nicht beim Discounter oder im Supermarkt erhältlich sind. Die vertreibt Linke selbst in seinem Geschäft CSL-Feuerwerke an der Dudweilerstraße in St. Ingbert. Für Sicherheit und Spaß lässt sich also sorgen. Trotzdem kann sich mal eine Rakete ins offene Dachfenster verirren oder Pyrotechnik unters Auto fliegen. Grundsätzlich gilt dabei, dass der Verursacher dann auch zahlen muss. Wenn vorhanden, übernimmt in der Regel die Haftpflichtversicherung den Schaden, solange weder vorsätzlich noch fahrlässig gehandelt wurde. Ist der Verursacher nicht feststellbar, übernimmt die Versicherung des Geschädigten die Kosten.

feuerwerk.net

Foto: Oliver Bergmann