Rätselraten um neue Müllgebühr

St. Ingbert. Was hat ein Kühlschrank im Wald zu suchen? "Nichts." Adam Schmitt ist sich da ganz sicher. Dennoch passiere das immer wieder. "Es gibt auch heute noch einige Unverbesserliche in der Stadt, die ihren Müll so entsorgen

St. Ingbert. Was hat ein Kühlschrank im Wald zu suchen? "Nichts." Adam Schmitt ist sich da ganz sicher. Dennoch passiere das immer wieder. "Es gibt auch heute noch einige Unverbesserliche in der Stadt, die ihren Müll so entsorgen." Richtig wäre gewesen: Den Elektroschrott ins Auto packen, losfahren, am Wald nicht anhalten, stattdessen beim Wertstoffhof einbiegen, den Kühlschrank dort ausladen und heimfahren. Und das Beste ist: Das Entsorgen auf dem Wertstoffhof kostet definitiv nichts. Im Gegensatz zur Wald-Nummer. Die kann ein Bußgeld nachsichziehen. "Deshalb verstehe ich solche Aktionen noch weniger", motzt Schmitt.Klar, dass ein Grünen-Politiker bei so etwas in Rage kommt. Bei Schmitt ist es aber noch etwas anderes: Er kocht bei solchen Dingen allein schon von Berufswegen. Schmitt ist nämlich als städtischer Beigeordneter für die Abfallentsorgung St. Ingberts mitverantwortlich - also dem eigentlichen Thema der Pressekonferenz. Genauer gesagt geht es darum, wie der anfallende Müll der Bürger abgerechnet wird. Also wieviel und für was die St. Ingberter künftig zahlen. Ratlos seien einige auf ihn zugekommen, als sie jüngst ihre Abrechnung in Händen gehalten hatten. Verwirrt hat die St. Ingberter dabei ein beigelegtes Info-Blatt des Entsorgungsverbands Saar. "Es wurde noch einmal auf das neue Verwiegesystem hingewiesen", sagt Schmitt. Am Ende fragte sich so mancher Bürger aber: "Für was zahle ich denn jetzt?"

Deshalb gibt's hier noch einmal die wichtigsten Fakten rund um die geänderte Abfallgebühr. Bei der 120-Liter-Restmülltonne ist die Gebühr rückwirkend für das ganze Jahr 2012 auf 66,78 Euro gesenkt worden, jedoch auch die in ihr enthaltene Menge auf 38 Kilogramm reduziert. Jedes weitere Kilogramm kostet wie bisher 31 Cent. 2011 waren in 79,37 Euro noch 95 Kilogramm Restmüll inklusive.

Das neue System käme den Bürgern aber entgegen, meinte Schmitt jetzt. Nach den Wiegedaten der Stadtverwaltung hätten im Vorjahr 16 Prozent der Haushalte 38 oder weniger Kilo in ihre graue Tonne gepackt. Weitere 19 Prozent der Haushalte hätten zwischen 38 und 78 Kilo Restmüll entsorgt und würden so auch 2012 mit rund 79 Euro Mindestgebühr auskommen. Keinerlei Änderungen gibt es bei der 240-Liter-Restmülltonne. Hier bleibt die Basisgebühr bei 135,56 Euro im Jahr, mit der bereits 236 Kilo Restabfälle abgegolten sind.

Die deutlichste Änderung hingegen gibt es beim Bioabfall. Für die 120-Liter-Tonne ist, ebenfalls rückwirkend ab 1. Januar, eine jährliche Gebühr von 58 Euro fällig. Im Vorjahr galt hier noch eine Biotonnen-Grundgebühr von 33,84 Euro. Mit der Erhöhung ist eine grundsätzliche Änderung verbunden: Der Bioabfall wird nicht mehr verwogen. Der Preis von 58 Euro gilt also unabhängig vom Gewicht und schließe eine Abfuhr alle 14 Tage ein.

Das heißt also kurzgefasst: Beim Restmüll zahlen Bürger, egal wie oft sie die Tonne rausstellen, nur die tatsächliche Müllmenge. Und beim Biomüll ist auch das Gewicht egal. Alles ist mit der Pauschale abgedeckt.

Und zum Schluss noch einmal zurück zum Wertstoffzentrum. Wer künftig einen Kühlschrank entsorgen will, kann dies vielleicht bald auch mal abends machen. Schmitt: "Wir denken darüber nach, die Öffnungszeiten donnerstags bis 18 Uhr zu verlängern." Dafür sollen die Türen aber aus Kostengründen erst um 13 Uhr öffnen. Aktuell gelten die folgenden Zeiten im Zentrum: täglich von zwölf bis 17 Uhr an den Wochentagen, samstags von acht bis 16 Uhr.

entsorgungsverband.de/

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