Putzmunter mit 85 Jahren

Rohrbachs größter Verein hat Geburtstag gefeiert. Der Kneipp-Verein ist 85 Jahre alt geworden, entsprechend groß war der Besucherzuspruch in der Rohrbachhalle. Gleichzeitig richtete der Verein den Kneipp-Gesundheitstag mit zahlreichen Aktionen aus.

Christel Michély-Fickinger, die amtierende Vorsitzende des Kneipp-Vereins, sprach es in ihrer Festrede an: "85 Jahre alt zu werden, ist nichts Außergewöhnliches mehr - weder für Menschen, noch für Vereine." Aber beachtenswert sei es allemal. Die Zahlen und Daten, die der Kneipp-Verein Rohrbach in seinem Festjahr zu bieten hat, sind es ebenfalls: Michély-Fickinger ist erst die fünfte Vorsitzende des Vereins, dem etwa 1100 Mitglieder angehören - das ist fast jeder sechste Rohrbacher und auch ein Verdienst von Michély-Fickinger. Sie erhielt, gemeinsam mit ihrem Mann Herbert, für ihre langjährigen Verdienste um den Verein das Kneipp-Verbandsabzeichen in Gold. Das silberne Abzeichen bekamen Edel und Otmar Kunzelmann sowie Sabine Keiper. Da lag es fast auf der Hand, dass Rohrbachs Ortsvorsteher Martin Wirtz den Verein in seiner Rede als "bedeutende gesellschaftliche Stütze" hervorhob. Der Gesundheitsminister des Saarlandes, Andreas Storm, der zudem die Schirmherrschaft für die Geburtstagsveranstaltung übernahm, verwies auf die Gesundheitsförderung, für die der Verein stehe.

Die beiden Schlagwörter "aktiv" und "gesund", die sich die Kneippianer auf die Fahnen geschrieben haben, waren in der Rohrbachhalle aktueller den je. An zahlreichen Ständen konnten sich die Besucher informieren, wie sie ihre Gesundheit fördern können - oder ob sie es sogar müssen. Das herauszufinden, war Aufgabe von Jürgen Lorz, Referent und Vorstandsmitglied des Osteoporose-Früherkennungsvereins. Er ermittelte per Ultraschall das Knochenschwund-Risiko und beriet die Testpersonen, was sie an ihrem Lebensstil ändern müssen. Die Garantie, recht schnell an Osteoporose zu erkranken, kennt Lorz ebenfalls: "100 Zigaretten, vier Liter Cola, drei Liter Kaffee, zu viel Alkohol und nur ein Stück Brot am Tag - dann ist es in fünf Jahren soweit."

So oder so war es sinnvoll, sich nebenan am Stand von Elke Naumann einen Becher Bananenmilch zu holen. Denn die war nicht nur köstlich, sondern auch gesund. Beim Mittagessen drückte der Geburtstagsverein aber ein Auge zu. "Kneipp-Braten" stand unter anderem auf der Speisekarte. Herbert Fickinger löste das Rätsel. "Das ist ein Schweinebraten mit dunkler Soße, der eigentlich als Bierbraten bekannt ist. Aber wir wollten ihn nicht so nennen." Wen störte das schon? Auf einer Feier darf auch mal gesündigt werden. Im Falle einer Unverträglichkeit musste man einfach einen Blick auf eine Stellwand werfen. Dort waren zahlreiche Pflanzen und Kräuter aufgelistet, die gegen die unterschiedlichsten Wehwehchen Hilfe versprachen.