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Pure Besinnlichkeit und verspielt romantisch

Pure Besinnlichkeit und verspielt romantisch

Ballweiler. Alljährlich findet in der Region Saar-Pfalz-Pay de Bitche das Festival "Euroclassic" statt. In der Zeit vom 25. August bis 23. Oktober kamen in diesem Jahr die Freunde klassischer Musik in der Region Zweibrücken, Zweibrücken-Land, Pirmasens, Bitscher Land und in der Stadt Blieskastel bei 25 Konzerten auf ihre Kosten

Ballweiler. Alljährlich findet in der Region Saar-Pfalz-Pay de Bitche das Festival "Euroclassic" statt. In der Zeit vom 25. August bis 23. Oktober kamen in diesem Jahr die Freunde klassischer Musik in der Region Zweibrücken, Zweibrücken-Land, Pirmasens, Bitscher Land und in der Stadt Blieskastel bei 25 Konzerten auf ihre Kosten. Die letzte Aufführung in unserer Region im Rahmen des Festivals fand am vergangenen Sonntag in der Pfarrkirche St. Josef in Ballweiler statt. Dort gaben sich Matthias Schlubeck (Panflöte) und Dietmar Mettlach (Orgel) ein durchaus beeindruckendes musikalisches Stelldichein. Schlubeck belegte nicht nur bereits 1990 beim "Panflöten-Papst" Gheorghe Zamfir einen Meisterkurs. Der Mann aus dem Kreis Höxter in Ostwestfalen-Lippe ist auch der erste Musiker in Deutschland mit einem Hochschulabschluss im Fach Panflöte. Bei Mettlach handelt es sich um den ehemaligen Kirchenmusikdirektor des Bistums Speyer. Diese Funktion hatte der Organist 30 Jahre lang inne.Es gehört schon viel dazu, mit einer Panflöte bei vollem Klangvolumen und in Kombination mit der Orgel von der Empore aus die gesamte Kirche in anspruchsvolle Musik zu tauchen. Matthias Schlubeck gelang dies vom ersten Ton an. Er nahm bei der Partita Nr. 5 in e-moll von Georg Philipp Telemann die Besucher direkt mit in die besondere Stimmung des Barock. Schlubeck ließ die Konzertbesucher jedoch nicht mit der Musik alleine, sondern moderierte zwischendrin. So erfuhren die Klassikliebhaber auch allerlei Wissenswertes über die Panflöte selbst. Von Spieltechniken und Umgehungslösungen etwa, wenn die Halbtöne fehlen. Spannend war vor allem Schlubecks Eigenkomposition "Deep Colours". Sie klang angesichts der Kontrabass-Panflöte beinahe wie eine Art Trommel.

Bei einem Panflöten-Konzert kommt man an einem Largo nicht vorbei. In diesem Fall an "dem" Largo, dem Bekanntesten. Das Largo aus der Oper "Xerxes" von Georg Friedrich Händel regte fast schon zum Träumen an, wie die Sonate in a-Moll von Jean-Baptiste Loeillet de Gant. Populär auch bei Laien ist immer noch Mozarts Rondo in D (KV 184 Anh.), welches so verspielt romantisch daher kommt, wie kaum ein anderes Stück. "Poème Adagio" von Jean-Claude Mara wurde für Orgel und Panflöte komponiert. Die pure Besinnlichkeit sprach die Emotionen schnell an. Schnell war die Begeisterung der Konzertbesucher spürbar. Die Cantabile "For you" von Ernico Pasini wurde ursprünglich für Orgel und Trompete komponiert. Dass man statt des Blechblasinstruments auch zum Holz, sprich zur Panflöte, greifen kann, diesen Beweis trat Matthias Schlubeck am Sonntag an. Ein besonders langer Applaus war ihm deshalb sicher.

Angesichts der stehenden Ovationen und der Begeisterung des Publikums war schnell klar, dass er und Dietmar Mettlach noch eine Zugabe geben mussten. Diese verfolgten die Besucher anerkennend im Stehen.