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Proteste wegen Lärm am ehemaligen Pfadfinderheim in Rohrbach

Erneute Anwohnerproteste in Rohrbach : Ärger wegen Lärm am Haus der Kahlenbergfreunde

Es ist eine ärgerliche Geschichte, die ihren Ursprung bereits im Sommer 2018 hat. Einige Zeit zuvor wurde das ehemalige Pfadfinderheim in Rohrbach von den Rohrbacher Kahlenbergfreunden angemietet. Es sollte im Sinne der Vereinssatzung Kindergärten, Schulen, Vereinen, Jugendgruppen und allgemein der Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden.

Doch seitdem sind einige in der Nachbarschaft immer wieder der Meinung, neben einer „Partyhöhle“ zu wohnen, wie Gisela Weydmann erzählt. Sie ist selbst Anwohnerin dort und benennt die Problematik aus ihrer Sicht: „Da sind dieser Bass und Geschrei.“

Betroffen seien vor allem die Häuser am Ende der Straße Am Pfeifferswald. Alle Häuser weiter vorne seien ganz gut geschützt, wie sie erläutert. Doch nach hinten falle eine kleine Mauer ab, weswegen der Schall dort ungehindert eintreffen könne. Sie und weitere Anwohner initiierten eine Unterschriftensammlung, die sie an Ortsvorsteher Roland Weber und seinen Stellvertreter Jörg Schuh schickten. Die beiden sind auch Vorsitzender (Jörg Schuh) und Stellvertreter (Roland Weber) der Kahlenbergfreunde. Zwar habe es auch immer wieder Phasen der nervlichen Erholung für die Anwohner gegeben, doch auch Zeiten, in denen es quasi jeden Freitag und Samstag Feier-Lärm bis tief in die Nacht gegeben habe, etwa durch Geburtstagsfeiern von Heranwachsenden.

Daraufhin habe es auch Schriftwechsel mit dem Verein gegeben, bei denen auf die Einhaltung der Nachtruhe ab 22 Uhr hingewiesen wurde. Nachdem es 2018 ruhiger wurde, habe es 2019 vor allem in den wärmeren Monaten wieder angefangen. 2020 kam die Pandemie – und mit ihr die Ausgehbeschränkungen. Doch Anfang Juli habe es erneut eine Lärmbelästigung gegeben. Dementsprechend schrieben die Anwohner in einer Mail wenige Tage später verärgert: „Eines der wenigen guten Dinge, die Corona uns gebracht hatte, war die Ruhe vor Ihrem gemeinnützigen Verein.“

„Dem möchte ich entschieden widersprechen“, sagt Jörg Schuh auf Anfrage der SZ. „Wir haben auf die Unterschriftenaktion von 2018 sofort reagiert und die Anlieger zu einem Kennenlernfest eingeladen. Es sind einige Nachbarn gekommen, mit denen wir konstruktive Gespräche geführt haben. Daraufhin haben wir unsere Hausordnung angepasst und bei den Mietverträgen auf die strikte Einhaltung der Nachtruhe verwiesen.“ Wie aus einer Mail ersichtlich ist, die der SZ vorliegt, haben sich zumindest einige der betreffenden Personen für die Einladung bedankt, konnten aus terminlichen Gründen an dem Fest seinerzeit jedoch nicht teilnehmen.

Im ersten Halbjahr 2019 hätten die Initiatoren der Unterschriftenaktion dennoch dreimal die Polizei St. Ingbert gerufen. Bei allen drei Einsätzen wurde jeweils die Einhaltung der Nachtruhe festgestellt. „Es ist für uns nicht nachvollziehbar, warum man uns immer noch Lärmbelästigung vorwirft, obwohl von der Polizei keine festgestellt werden konnte“, so der Vorsitzende.

Das vom Familienministerium geförderte Haus der Kahlenbergfreunde sei ein Mehrgenerationenhaus, in dem sich Kindergärten, Schulen, Vereine, Jugendgruppen und die Bevölkerung wohlfühlen sollen, betont Jörg Schuh. Vor Kurzem habe der Musikverein das Gelände zweimal für eine öffentliche Probe genutzt. Generell habe dieses Jahr jedoch wegen der Pandemie kaum etwas stattgefunden. Selbstverständlich sei man nach wie vor für konstruktive Gespräche bereit.