Programm der Kinowerkstatt St. Ingbert

Kinowerkstatt : Cineastische Genüsse aus Frankreich

Im Januar führt die Kinowerkstatt St. Ingbert vor allem französische Filmkunst vor. So auch „Die fabelhafte Welt der Amélie“.

In der Kinowerkstatt in St. Ingbert läuft noch einmal, am Samstag,  12. Januar, um 20 Uhr der Film „Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Kleiderschrank feststeckte“. Der Film basiert auf dem 2013 erschienenen Roman gleichen Namens, wobei allerdings der Schrank als „Ikea-Schrank“   präzisiert wird, der in seinem französischen Original lautet der Titel „L‘Extraordinaire Voyage du fakir qui était resté coincé dans une armoire Ikea“ und wurde von dem Autor Romain Puertolas verfasst.  Das Buch war schon ein irrsinniger Lesetrip – einmal um die halbe Welt und zurück: Die Geschichte eines Fakirs, der in einem Ikea-Schrank auf eine wundersame Reise gerät. Ayarajmushee Dikku Pradash, charmanter Hochstapler in Turban und Seide sowie Träger eines Schnurrbarts beträchtlicher Größe, fliegt eines Tages aus Indien nach Paris. Er ist von Beruf Fakir und möchte sich bei Ikea ein brandneues Nagelbett zulegen, Modell Likstupiksta, schwedische Kiefer, 15 000 Nägel, Farbe: Puma-rot. Kaum am Flughafen angekommen, handelt er sich Ärger mit einem Taxifahrer ein, verliebt sich im Ikea-Bistro in die schöne Amerikanerin Marie, nistet sich über Nacht im Möbellager ein und versteckt sich in einem Ikea-Schrank. Prompt gerät er in diesem Schrank auf eine Reise, auf der er illegale Einwanderer aus Afrika und eine mondäne Schauspielerin trifft, die seinen Blick auf die Welt verändern. Über England, Barcelona, Rom und Tripolis gelangt er zurück nach Indien.

In einer Kritik der Agentur epd heißt es: „Es gibt nur wenige Komödien, die es schaffen, Albernheit, Slapstick und realpolitischen Kommentar so klug zu verbinden. Man lacht, schämt sich und findet Zustimmung und Ablehnung in trauter Zweisamkeit.“

Wenn der Fakir am Schluss seinen Schülern in Mumbai von seinen europäischen Abenteuern erzählt, dann wird er tatsächlich zur modernen Version einer Scheherazade, deren Erzählung einer guten Geschichte sie stets eine weitere Nacht am Leben hält. Zumindest bis seine flüchtige Bekanntschaft aus Paris, die Amerikanerin Marie (Erin Moriarty), vor seinem Klassenzimmer auftaucht.

Der nächste „Jour fixe“ des Films in französischer Sprache (mit deutschen Untertiteln) ist am Sonntag, 13. Januar. Um 11 Uhr am Sonntag (Wiederholung am Montag, 14. Januar, um 18 Uhr) läuft als Matinée- Vorstellung „Die fabelhafte Welt der Amélie“ (Originaltitel: „Le fabuleux destin d’Amélie Poulain“, dt. „Das märchenhafte Schicksal der Amélie Poulain“) (Frankreich 2001) von Jean-Pierre Jeunet mit Audrey Tautou, Mathieu Kassovitz, Rufus, Musik komponiert von: Yann Tiersen.

Der Film feierte im Jahr 2001 große Erfolge. Wer sich in „Die fabelhafte Welt der Amélie“ begibt, muss damit rechnen, ihrem glückselig machenden Zauber zu verfallen: Sie hat ihre eigene fabelhafte Welt. Sie liebt die kleinen Dinge, die leisen Töne und die zarten Gesten. Sie hat ein Auge für Details, die jedem anderen entgehen und einen Blick für magische Momente, die flüchtiger sind als ein Wimpernschlag. Die junge Kellnerin Amélie arbeitet in einem Café in Montmartre und hat dort alle Hände voll zu tun. Liebevoll kümmert sie sich um ihre manchmal schrägen Gäste und hypochondrischen Arbeitskollegen. Dabei verliert sich die Träumerin gelegentlich in ihrer eigenen Welt. Dann aber verliebt sie sich in den verrückten Sammler Nino und weiß nicht, wie sie auf sich aufmerksam machen soll. Nun ist es Amélie, die Hilfe braucht.

Frei nach dem Klassiker Cyrano der Bergerac, der von dem unter einer ausgeprägten Nase leidenden Dichter des 17. Jahrhunderts erzählt, hat Aron Lehmann mit „Das schönste Mädchen der Welt“ die Geschichte in die Jetzt- Zeit einer pubertierenden Jugendszene gelungen umgesetzt. Beide Hauptdarsteller Luna Wedler und Aaron Hilmer wurden beim Günter Rohrbach-Filmpreis 2018 in Neunkirchen als Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet. Es spielen weiterhin Damian Hardung, Jonas Ems, Anke Engelke, Heike Makatsch, Heiko Pinkowski u. a., zu sehen am Sonntag, den 13. Januar, um 18 Uhr.

Cyril verliebt sich auf der Klassenfahrt nach Berlin in seine neue Mitschülerin Roxy und glaubt, aufgrund seiner großen Nase keine Chance beim Mädchen seiner Träume zu haben. Cyril ist klug, witzig und weiß mit Worten umzugehen. Eigenschaften, die ihn vom Großteil seiner Mitschüler in der Klasse unterscheiden. Doch wenn sich Cyril nachts wegen seiner Nase seine goldene Maske aufsetzt, um in Rap-Battles unerkannt alle Gegner nass zu machen, fühlt er sich großartig. Auf der Klassenfahrt nach Berlin hat Rick, der zwar schön, aber im Denken etwas langsam ist, die größeren Chancen bei Roxy. Cyril schreibt Rick ganz gegen seine Interessen die Texte, die Ricks Chancen bei Roxy vergrössern. Doch letztendlich trifft Cyril mit seinem wortgewaltigen Rap-Battle direkt ins Herz seiner großen Liebe.

Mehr von Saarbrücker Zeitung