Programm der Kinowerkstatt St. Ingbert vom 2. bis 5. August

Kinowerkstatt : Oscar-Preisträger und zwei neue Filme

Das Programm der Kinowerkstatt St. Ingbert bietet am Wochenende Historisches und Lustiges mit Tiefgang.

Am heutigen Freitag, um 20 Uhr steht der gerade erste gestartete Spielfilm „Tel Aviv on Fire“ (Luxemburg, Frankreich, Israel, Belgien 2018) Regie: Sameh Zoabi, mit Kais Nashif, Lubna Azabal, Nadim Sawalha auf dem Programm der Kinowerkstatt in St. Ingbert. In Tel Aviv geht es heiß her. Zumindest laut der schnulzigen Soap Opera „Tel Aviv on Fire“, die jeden Abend über die TV-Bildschirme flimmert und Israelis wie Palästinenser vor der Glotze vereint. Der junge Palästinenser Salam ist Drehbuchautor des Straßenfegers und muss für die Dreharbeiten jeden Tag die Grenze zwischen Israel und dem Westjordanland überqueren. Bei einer Checkpoint-Kontrolle gerät das Skript der nächsten Folge in die Hände des israelischen Kommandeurs Assi. Das kommt dem gelangweilten Grenzwächter gerade recht. Um seine Frau zu beeindrucken, zwingt er Salam das Drehbuch umzuschreiben. Ein Bombenerfolg! Von nun an denken sich Salam und Assi immer neue schnulzige Dialoge und absurde Plotentwicklungen aus. Der Einfluss des israelischen Militärs auf die populäre, eigentlich antizionistische Seifenoper wird immer größer. Aber dann soll die Serie abgesetzt werden, und Salam steht plötzlich vor einem Riesenproblem.

„Bewegend und ergreifend – humorvoll und wunderbar“ – so das einhellige Urteil der Zuschauer und Kritiker gleichermaßen zu dem Oscar-Gewinnerfilm (Bester Film) „Green Book – Eine besondere Freundschaft“ (USA 2018) von Peter Farrelly, der am Samstag, 3. August, um 20 Uhr in der deutschen und am Montag, 5. August, um 20 Uhr in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln weiter in der Kinowerkstatt zu sehen ist.

Die USA im Jahr 1962: Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) ist ein begnadeter klassischer Pianist und geht auf eine Tournee, die ihn aus dem verhältnismäßig aufgeklärten und toleranten New York bis in die amerikanischen Südstaaten führt. Als Fahrer engagiert er den Italo-Amerikaner Tony Lip (Viggo Mortensen), der sich bislang mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten und etwa als Türsteher gearbeitet hat. Während der langen Fahrt, bei der sie sich am sogenannten Negro Motorist Green Book orientieren, in dem die wenigen Unterkünfte und Restaurants aufgelistet sind, in dem auch schwarze Gäste willkommen sind, entwickelt sich langsam eine Freundschaft zwischen den beiden sehr gegensätzlichen Männern.

Noch einmal ist am Sonntag, 4. August, um 20 Uhr ist der Oscar-Film „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ von Yorgos Lanthimos mit Olivia Colman; Rachel Weisz; Emma Delves; Faye Daveney; Emma Stone; Paul Swaine; Jennifer White; LillyRose Stevens; Denise Mack; und anderen (120 Minuten) – ein köstlich unterhaltsamer Einblick in eine Gesellschaft von „Damals“, die der von heute gar nicht so entfernt scheint, diesmal im Original mit deutschen Untertiteln zu sehen. Im 18. Jahrhundert herrscht die kranke und aufbrausende Königin Ann am englischen Hof. Weder ihre Gesundheit noch die politische Lage des Landes hat sie unter Kontrolle. Ihre engste Vertraute Lady Sarah kümmert sich um die launische Königin. Als deren Cousine Abigail, welche ihren Adelstitel verloren hat, an den Königshof kommt, wird Königin Anne bald auf sie aufmerksam. Zwischen den beiden Frauen entbrennt eine erbitterte Rivalität um die Gunst und Liebe der Königin.

Auf dutzenden Festivals lief Cyril Schäublins Debütfilm „Dene wos guet geit“ schon, nun kommt der Erfolgsfilm doch noch in die deutschen Kinos. In ausgewählten Kinos ist der Überraschungs- und Diskussionsfilm „Dene wos guet geit“, in der Kinowerkstatt nur am kommenden Montag, 5. August, um 18 Uhr, zu sehen. Ein Film von Cyril Schäublin.

Alice arbeitet in einem Callcenter in der Peripherie von Zürich. Sie verkauft Internet- und Krankenkassenangebote an Unbekannte am anderen Ende der Leitung. Nach der Arbeit geht sie durch die Stadt, in welcher alles reibungslos zu funktionieren scheint. Inspiriert von ihrem Job ruft sie alleinstehende Grossmütter an und täuscht ihnen vor, sie sei ihre Enkelin in Geldnot. Während sie mit diesem Trick schnell ein Vermögen verdient, erkundet der Film Orte und Menschen in Zürich, welche alle auf seltsame Weise mit der Tat von Alice in Verbindung stehen.

„Green book“: Tony Vallelonga (Viggo Mortensen, links) findet, dass Don Shirley (Mahershala Ali) sich einen neuen Anzug zulegen sollte. Foto: dpa/-

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