Professor schlägt die Brücke zur Mathematik

Professor schlägt die Brücke zur Mathematik

Schüler der Klassenstufe fünf des Von der Leyen-Gymnasiums besuchten gemeinsam die Ausstellung „Mathematik zum Anfassen“ im Big Eppel in Eppelborn. Organisator der Ausstellung war Professor Rainer Roos.

Was ist eine Leonardo-Brücke und was haben Seifenblasen mit Mathematik zu tun? Für diese Fragen haben die Schüler der Klassenstufe fünf des Von der Leyen-Gymnasiums seit ihrem gemeinsamen Besuch im Big Eppel in Eppelborn Antworten parat.

Dort hatte Professor Rainer Roos, der von 1983 bis 2007 an der Fakultät für Informatik und Wirtschaftsinformatik der Hochschule Karlsruhe lehrte, vom 20. bis zum 26. Januar eine Ausstellung mit dem Titel "Mathematik zum Anfassen" organisiert. Zusammen mit ihren Mathematiklehrern Annette Bronder, Ilka Eisenbeis und Bernd Zapp konnten die jungen Besucher viele Dinge selbst in die Hand nehmen und Versuche selbst ausprobieren. Ziel der Ausstellung war es, durch diesen spielerischen Umgang mit der Mathematik den Kindern komplexe mathematische Zusammenhänge auf einfache Weise und unbewusst begreifbar zu machen. Besonders viel Spaß hatte beispielsweise die Klasse 5b bei der gemeinsamen Konstruktion der Leonardo-Brücke.

Diese selbsttragende Bogenkonstruktion ist erstmals in den Unterlagen des italienischen Universalgenies Leonardo da Vinci skizziert. Die Grundidee seines Konstruktionsprinzips besteht darin, das Flechtprinzip auf starre Bauteile zu übertragen. Mit Eifer versuchten die Kinder, diese Brücke mit Holzstäben ohne die Verwendung von Dübeln, Schrauben, Nägeln oder Klebematerial nachzubauen.

Besondere Faszination verbreiteten auch die Riesenseifenblasen. Taucht man eine Drahtkonstruktion in Seifenlauge, nimmt die Seifenhaut aufgrund des Minimalflächenprinzips automatisch die kleinstmögliche Form an. Diese Eigenschaft half den Architekten bei der Baukonstruktion des Zeltdaches des 1972 eröffneten Olympiastadions in München. Mathematikunterricht, in dem jeder sich aussuchen kann, was er ausprobieren möchte und keiner in der Schulbank still sitzen muss, war für die Fünftklässler ein besonderes Erlebnis und darüber hinaus eine Abwechslung vom Schulalltag, teilt das Gymnasium mit.