Problem-Brachfläche mit Potenzial

Der Abriss des Gebäudes der ehemaligen WVD war bereits 2010 klar. Später geänderte Pläne wurden verworfen. Nun drängen Eigentümer und Ortsrat auf den Abriss, der noch vom damaligen OB zugesagt wurde.

. Bereits 2010 sollten die Gebäude der Westpfälzischen Verlagsdruckerei (WVD) im Kaufpark in Sichtweite des Rewe-Marktes abgerissen werden. Drei Jahre später verkündete Oberbürgermeister Hans Wagner , dass auf dem Gelände der WVD das Familienhilfezentrum des Saarpfalz-Kreises entsteht. Entstehen sollte, muss man aus heutiger Sicht sagen. Denn die Pläne dazu an dieser Stelle wurden verworfen. Passiert ist seither nichts. Das nahm der Ortsrat St. Ingbert-Mitte vor seiner Sitzung am Dienstag zum Anlass, sich mit einem Eigentümer der Hallen, in denen die ehemalige Druckerei ihr Domizil hatte, auf dem Gelände zu treffen, um den Sachstand zu erläutern. Ortsvorsteher Ulli Meyer erklärte das innerstädtische Gelände angesichts der wilden Parkerei, der dort stattfindenden Gelage mit anschließender Vermüllung und der zunehmenden Verwahrlosung zum Problemfall. Es sei ein "verschenkter Bereich innerstädtischer Aktivität", wie er sagte. Ideen, was man mit dem durch Abriss gewonnenen Stück Land anfangen könnte, gab es bei den Ortsratsmitgliedern einige. Meyer schwebt ein Grünes Band von der Gustav-Clauss-Anlage bis zum Rathaus vor, das die City aufwerten könnte. In eine ähnliche Kerbe haut Adam Schmitt, für die Grünen im Stadtrat, der bei der Ortsbegehung an die vielen verworfenen Planungen erinnerte.

Im Haushalt ist das Geld für den Abriss eingestellt. Am 6. Oktober stellen Studenten des Stadtplanungskurses der TU Kaiserslautern Forschungsergebnisse vor, die sich mit der Belebung dieser Fläche beschäftigen. "Nach so einem Filetstück würde sich manche Großstadt die Finger lecken", ist sich Ortsratsmitglied Bodo Marschall sicher.

"Hier muss auf jeden Fall was passieren, um das Stadtzentrum zu beleben", so Schmitt, "und das muss hochwertig entwickelt werden. Die Pläne müssen auch langfristig tragfähig sein." Der städtische Beigeordnete könnte sich citynahe Wohnbebauung vorstellen.

2008 kauften die heutigen Halleneigentümer das Grundstück, das zu einem Teil städtisch ist. Aus dem zweiten Stock des rückwärtigen Teils eines Hauses in der Rickertstraße verschaffte sich der Ortsrat einen Eindruck über die Gelände- und Hallensituation. "Von hier aus sieht man, wie groß das Areal ist und dass einer nicht ohne den anderen kann", so Meyer. Gemeint sind Stadt und die privaten Eigentümer. Auch drinnen wird die ehemalige Druckerei, in der es schon einen Wasserschaden gab, besichtigt. "Ich glaube, wir haben einen hinreichenden Eindruck bekommen", beendete Meyer den Außentermin.