Pläne für Neubauten an der Gemeinschaftsschule Rohrbach

Gemeinschaftsschule : In zwei, drei Jahren sieht’s schon rosiger aus

Kaputte Turnhalle und Platzbedarf: Präsentation der Neubaupläne für die Gemeinschaftsschule Rohrbach.

Mit dem Zuwendungsbescheid des Saar-Innenministerium in Höhe von einer Million Euro vor wenigen Wochen (wir berichteten) war der Weg für den Bau einer neuen, größeren Schulturnhalle geebnet. Nun warten alle auf den Startschuss für die neue Halle, auf die noch ein Erweiterungsbau aufgesetzt wird. Die Pläne hatte Jürgen Leroux, Leiter des Immobilienmanagements beim Saarpfalz-Kreis, am vergangenen Freitag in die Gemeinschaftsschule Rohrbach mitgebracht, um sie im Beisein von Landrat Theophil Gallo der Schulleiterin Susanne Fritz und Oberbürgermeister Hans Wagner vorzustellen.

Auch einen vorläufigen Ablaufplan hatte er im Gepäck. „Die Dinge brauchen eine gewisse Zeit, denn einen Großteil machen wir als Kreis selbst“, so Gallo, der darauf verwies, dass derzeit auf dem ausgelasteten Bau- und Handwerkssektor kurzfristig kaum Kapazitäten zu bekommen sind, „doch wir wollen es nun trotzdem schnell sichtbar werden lassen.“ Die Schulleiterin warf scherzhaft ein, dass auch sie hoffe „dass man die Veränderungen sieht“. Das wird man auf jeden Fall, wenn man die Situation an dieser Schule kennt.

Die Turnhalle ist in die Jahre gekommen, das Schwimmbad schon lange geschlossen und die Einrichtung selbst platzt wegen der konstant hohen Schülerzahl aus allen Nähten. Zwar habe man sich seit Anfang Februar mit der Containerlösung auf dem Schulhof, dem sogenannten „Haus der Zehner“, arrangiert, doch es ist eben nur eine Übergangslösung, die aus der Platznot resultierte. „Die Leistungsphasen 1 bis 3, also die Vor- und Entwurfsplanung sowie die Grundlagenermittlung liegen bei uns. Der Abriss der alten Halle ist für das Frühjahr 2020 terminiert“, so Leroux. Dafür habe man ein halbes Jahr kalkuliert. Er gehe davon aus, dass der Baubeginn der neuen Sporthalle im Herbst 2020 sein wird. Bei geplanten 24 Monaten Bauzeit könne die Halle dann im Jahr 2022 fertig sein. Erst wenn die Bauarbeiten dazu erledigt sind, wird der Schulneubau „draufgesattelt“. Dieser soll dann so an den bestehenden Schultrakt angeschlossen werden, dass die Schüler nicht aus dem Gebäude müssen, um die Räume zu erreichen.

6,3 Millionen Euro soll allein die Dreifeldhalle kosten, der gesamte Komplex schlägt durch Rückbau der alten Halle, dem Bau der beiden Gebäude sowie der Gestaltung der Außenanlagen mit rund 12 Millionen zu Buche. Eine Menge Geld, das aber nach den Worten von Theophil Gallo, der immer wieder auf die 70 Millionen Euro Investitionsstau im Kreis verweist, gut investiert ist. „Der Neubau hier ist auch dringend nötig. Er soll vor allem den Richtlinien der Gebundenen Ganztagsschule gerecht werden“, so Schulleiterin Fritz, „wenn es regnet oder kalt ist, müssen die Schüler die Möglichkeit haben, sich auch im Warmen aufzuhalten.“

Immerhin besuchen von derzeit 483 Schülern 460 die GGTS. „Die Schule braucht, um den Ganztagsbetrieb gewährleisten zu können, 2140 Quadratmeter mehr“, liefert Leroux die Zahl für das benötigte Platzangebot. Diese Fläche will man mit dem Neubau schaffen. Was die Auslagerung des Sportunterrichts während der Bauphase in andere Räume angeht, macht sich Susanne Fritz wenig Sorgen: „Wir können in die Rohrbachhalle. Die nutzen wir auch jetzt schon für einige unserer Projekte. Das ist bei uns schon eingespielt, und sie ist fußläufig gut zu erreichen, so dass dies kaum Verlust von Turnzeit bedeutet.“ Sie bat Oberbürgermeister Hans Wagner aber darum, in dieser Zeit die besondere Situation mit mehr Schwimmzeit im „blau“ aufzufangen. Er versprach, das zu prüfen. „Es ist auf jeden Fall sicher, dass die Schule ihren Turnunterricht in der Rohrbachhalle machen kann“, sagte er. Und auch um die Vereine, die bisher an der Schule trainieren, kümmere man sich. Man sei im Dialog, und es habe in dieser Sache bereits einen Termin im Rathaus gegeben. Landrat Gallo freute sich, dass es Anfang 2020 nun endlich an der Schule losgeht: „Wir haben im Kreis einen großen Bedarf an Hallen. Man muss das Geld jetzt in die Hand nehmen und weg vom starren Denken des Sparens. Wir können nicht nur immer Not und Mangel verwalten. Das ist eine gute Geschichte für Rohrbach. Das passt.“

Auch wenn es noch eine Zeitlang dauert, bis man tatsächlich etwas von einer Veränderung an der Gemeinschaftsschule sehen kann und sich die geplanten Zeiten noch ändern können, zeigte sich Susanne Fritz sehr zuversichtlich: „ Der erste Schritt ist getan.“

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