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Pfarrheim wird Quartier vor allem für Frauen mit Kindern

Pfarrheim wird Quartier vor allem für Frauen mit Kindern

Nach Umgestaltung bietet das ehemalige Pfarrheim von St. Pirmin in St. Ingbert Wohnraum für bis zu 30 Flüchtlinge. Pfarrer Andreas Sturm und OB Hans Wagner machten sich jetzt ein Bild von Ausstattung und Möglichkeiten in der neuen Unterkunft.

Die Bilder sind noch präsent, als sich vor Monaten Flüchtlingsströme in Bewegung setzten. Menschen, die eine lange, unsichere Reise auf sich nahmen, um in Europa Sicherheit vor den Kriegszuständen in ihrer Heimat zu suchen. Länder, Städte und Gemeinden standen gleichermaßen vor der großen Herausforderung, adäquaten Wohnraum in kürzester Zeit bereitzustellen. Auch St. Ingbert bekam binnen zwei Jahren bis heute mehr als 600 dieser Flüchtlinge zugeteilt. Allein im ersten Quartal des kommenden Jahres werden nochmals so viele erwartet.

Die Stadt und ihre Stabsstelle Integration sind ständig mit der Wohnraumbeschaffung befasst. Öffentliche Gebäude, private Häuser oder Wohnungen mietet die Stadt St. Ingbert für die Flüchtlingsunterbringung an. Auch die Pfarrgemeinden bieten ihre Leerstände an. So wurde das ehemalige Pfarrheim von St. Pirmin ebenfalls dieser neuen Nutzung zugeführt. Bis zu 30 Personen können dort auf zwei Etagen untergebracht werden. Zwischenzeitlich wohnten in dem Pfarrheim schon mehrere Frauen mit Kindern, die aber wieder in anderen Wohnraum umgezogen sind. Mit der Nähe zu Schule und Kita seien Pfarrei und Stadt bestrebt, nur Familien oder Frauen mit Kindern unterzubringen, wie Pfarrer Andreas Sturm bei einen Besuch der Räumlichkeiten am Donnerstag sagte.

Da man bei der Stadt vor Ankunft des wöchentlichen Busses aus Lebach nie genau weiß, wie die Geschlechterverteilung ist, lassen sich keine verlässlichen Aussagen dazu treffen, wann und wie viele Personen die Zimmer beziehen. "Dieser Wohnraum wird wahrscheinlich nicht ständig voll belegt sein, da unsere Stabsstelle sehr bemüht ist, Familien so schnell wie möglich in privaten Wohnraum zu vermitteln", so Rathaus-Mitarbeiterin Maria Müller-Lang.

Im unteren Bereich des Pfarrheims hatten bisher die Malteser ihren Gruppenraum. Dieser ist nun durch eine eingezogene Wand in Schlafraum und Küche unterteilt. Nebenan wurde ein Dusch- und Badbereich neu eingebaut. Im oberen Gemeinschaftswohn- und -schlafraum zählte Oberbürgermeister Hans Wagner , der sehen wollte, wie die Unterkunft eingerichtet ist, 22 Schlafplätze. Unter einem Doppelstockbett lugte ein Koffer hervor, auf dem Bett saßen Stofftiere, am Gestell sind Luftballons angebunden. Eine Frau und ihr Kind leben derzeit hier, der Familienvater wohnt in der Stadt. Um etwas Privatsphäre in dem ehemaligen Pfarrsaal zu ermöglichen, gibt's Spinde als Raumteiler. Ein Zimmer weiter ist die kleine Küche, der frühere Teamraum der Kita-Erzieherinnen wurde zum Aufenthaltsraum.

"Es ist trocken, warm, etwas abgeschieden. Das ist schön, anders als in der Schillerschule", so Hans Wagner , "das ist eine deutlich verbesserte Situation. Ich finde es toll, dass die Pfarrei bereit war, diese Räume zur Verfügung zu stellen." Andreas Sturm weist auf den zweiten Fluchtweg hin, der vorgeschrieben ist. "Jetzt müssen wir schauen, dass wir nur noch Raum in der Kita schaffen, um diese Kinder aufzunehmen", denkt der Pfarrer perspektivisch. Die überschaubare Größe der Flüchtlingsunterkunft mache es leichter, mit den Nachbarn ins Gespräch zu kommen. "So funktioniert Integration", waren sich Sturm und Wagner einig.