Pfarrer werben für Presbyterwahl

St. Ingbert. Um die Zukunft ihrer Kirche ist den evangelischen Pfarrern St. Ingberts nicht bange. "Das religiöse Bedürfnis ist rege. Die Frage ist eher, wie können wir es kanalisieren?", sagt Fred Schneider-Mohr, Seelsorger der Christuskirchengemeinde

St. Ingbert. Um die Zukunft ihrer Kirche ist den evangelischen Pfarrern St. Ingberts nicht bange. "Das religiöse Bedürfnis ist rege. Die Frage ist eher, wie können wir es kanalisieren?", sagt Fred Schneider-Mohr, Seelsorger der Christuskirchengemeinde. Schneider-Mohr war jetzt mit Doris Agne (Pfarrerin in Hassel, Oberwürzbach und Niederwürzbach), Vikarin Mirjam Dembek, Christoph Stetzer (Rohrbach) und Roland Wagner (Martin-Luther-Gemeinde in St. Ingbert) in der Lokalredaktion zu Gast. Die Zahl der Kirchenaustritte sei deutlich zurückgegangen, berichten sie. Stärker in den Fokus rücke derzeit der demographische Wandel, das Altern der Gesellschaft, sagt Agne. Dieser Veränderung muss sich die Seelsorge stellen. Und über eine breite Diskussion Weichen stellen. Wichtig in diesem Zusammenhang: Am Sonntag, 30. November, wählen die St. Ingberter Protestanten ein neues Presbyterium. Über 7500 evangelische Christen leben in St. Ingbert. Wählen dürfen sie das Gremium ab dem 14. Lebensjahr. Rund 6600 Menschen sind zur Wahl aufgerufen. Das Presbyterium erfüllt eine zentrale Aufgabe. Gemeinsam mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer leitet es die Kirchengemeinde. Es ist genauso für finanzielle Angelegenheiten zuständig - sei es der Bau eines Kindergartens oder die Renovierung eines Gotteshauses - wie für seelsorgerische Belange bis hin zur Gestaltung des Gottesdienstes. Die Wahlbeteiligung ist in der Evangelischen Kirche der Pfalz, zu der auch Saarpfalz-Kreis gehört, höher als bei anderen Landeskirchen. 32 Prozent der Wahlberechtigten waren 2002 an die Urnen gekommen. In St. Ingbert lag die Beteiligung allerdings nur in Hassel bei 30 Prozent. Die anderen Gemeinden blieben dahinter zurück. Pfarrer Schneider-Mohr wirbt um eine starke Beteiligung: "Wir haben eine ganz tolle Kandidatenliste. Die Gemeinde ist damit gesegnet. Sie sollte diesen Segen annehmen." Es sei auch eine Frage der Wertschätzung, die die Gemeinde den Menschen entgegenbringe, die ihre Freizeit opferten, um Verantwortung in der Kirche zu tragen. Und diese Verantwortung sei groß. Deshalb war es nicht ganz einfach, Interessierte zusammenzubringen. Dennoch freut sich Schneider-Mohr, eine Liste von 18 Kandidaten zu haben. Neun davon werden Presbyter. Die anderen neun werden allerdings zu den Sitzungen hinzugerufen und dürfen in der Diskussion ihre Meinung einbringen oder im Krankheitsfall als Nachrücker mitstimmen. Auch in den anderen Gemeinden sind die Listen stark. In der pfälzischen Landeskirche kann auch der Laie das Presbyterium leiten und damit über dem Pfarrer stehen, erläutert Doris Agne. Das belege den basisdemokratischen Gedanken der Kirche, fügt Roland Wagner hinzu. Selbst der Kirchenpräsident könne ein Laie sein. In St. Ingbert sind allerdings derzeit die Pfarrer die Vorsitzenden der jeweiligen Gremien. Das Übernehmen der führenden Position sei den Laien in der Regel doch zu viel, berichtet Wagner. Die Mitarbeit im Presbyterium sei auch auch so schon eine tragende Aufgabe innerhalb der Gemeinde. Eine hohe Wahlbeteiligung wünschen sich deshalb die St. Ingberter Pfarrer am 30. November. Eine Beteiligung, die den zukünftigen Presbytern, die unterschiedlichen Alters und aus ganz verschiedenen Berufen kommen, den Rücken stärkt. Denn die Kirche steht vor großen Aufgaben, die unter anderem der demographische Wandel mit sich bringe.

StichwortAuch per Briefwahl dürfen die evangelischen Christen ihre Stimme abgeben. Allerdings, berichten die Pfarrer, haben bereits einige Wähler vergessen, ihre Wahlberechtigungskarte mit den Unterlagen zu schicken. Das ist aber Voraussetzung für eine gültige Wahl. Wer ohne Karte gewählt hat, kann aber noch am Wahltag selbst zur Urne schreiten. Er muss dann die Karte oder den Personalausweis mitbringen. Die Christuskirchengemeinde lädt am 30. November ihre Mitglieder ab 17 Uhr zu einer Wahlparty ein. Unter anderem mit dem Kabarettisten Franz-Josef Euteneuer aus Trier.In Hassel gibt es am Wahltag ab 14.30 Uhr einen Adventskaffee sowie Theater und Singen in der Kita Sonnenblume. Auch in Niederwürzbach sind die Christen ab 14.30 Uhr in die Unterkirche zu Kaffee und Kuchen eingeladen. mbe