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Peter Schmieden stellt seine Lieblingsbilder in St. Ingbert aus

Ausstellung : Der Maler und seine Lieblingsbilder

Der Künstler Peter Schmieden hat eine neue Ausstellung in der „Kleinen Galerie“ konzipiert. Motive auch aus Südfrankreich.

Peter Schmieden hat in seinem Leben schon viele Bilder gemalt. Die meisten davon schlummern in seinem Rohrbacher Atelier und sind viel zu schade für die Schublade. Seit einigen Jahren hat er mit dem ehemaligen Raucherzimmer des Hotels „Zur Post“ in St. Ingbert eine neue Form der Ausstellung gefunden. Die Gäste genießen seitdem nicht nur den Mittagstisch, sondern auch die regelmäßig wechselnden Bilder des Malers in dem kleinen Nebenstübchen des Schamkraumes.

Nun gibt es in der „Kleine Galerie“ bis zum Frühlingsanfang eine weitere Ausstellung zu sehen, die man auch ohne etwas zu Verzehren besuchen kann. Schmiden untertitelte die 21 Werke mit „Meine Lieblingsbilder“. Meist sind es Gemälde, mit denen Peter Schmieden besondere Erinnerungen verknüpft. So zwei Bilder, die in Südfrankreich aus einer Weinlaune heraus entstanden. In der Nähe von Narbonne war er im Urlaub so überwältigt von den Eindrücken, dass kurzerhand das Tischtuch als Leinwand herhalten musste. „Acryl auf Tischtuch“ nennt sich dann auch die Techik, die er 1998 anwendete. Unter der farbintensiven Kunst an der Wand des Hotels findet sich auch ein Bild, das Schmiedens Katze zeigt und mehrere Picassos. Picasso ist der Lieblingsmaler Schmiedens und so ist es kein Wunder, dass er diesem Maler in jeder seiner Ausstellungen den ihm gebührenden Platz einräumt.

Eine Collage aus verschiedenene Picasso-Motiven hängt dabei in unmittelbarer Nähe zu den Kopien einiger Werke des bekannten Spaniers. „Picasso ist einfach geil“, sagt Schmieden und erzählt dazu die Geschichte eines der teuersten Gemälde der Welt, das in Kopie un auch in St. Ingbert zu sehen ist. „Die Frauen von Algier“ von 1955 erzielte 2015 bei einer Auktion 180 Millionen Euro. „Ich hab‘ mich mal unter die Picassos gehängt“, lacht Schmieden und zeigt auf seine ganz eigenes Picasso-Werk, das in Sichtweite zu den „Originalen“ hängt. Zu sehne sind außerdem moderne Bilder von Schmieden selbst – eine Frau, deren Haare im Wasserfall enden, eine Landschaft an der Costa Brava, „Das gelbe Taxi“, eine Freiheitsstatue auf der Weltkugel, Landschaften aus der Vogelsperspektive und noch einige andere Unikate.

Das „Hotel zur Post“ ist Schmiedens Stammlokal. Und wer sich morgens während der Öffnungszeiten die Bilder anschauen will, kann das Gespräch mit dem Künstler suchen. Dann erklärt er vielleicht auch, was es mit dem Bild „Der blaue Arsch“ auf sich hat. Matthias Hasler, der Inhaber des Hotels, möchte die Farbtupfer im kleinen Nebenraum nicht mehr missen. Den Hotelgästen gefiele dieses „schöne Zimmer“, doch es könnte noch mehr „Laufkundschaft“ sein. Er habe beobachtet, dass sich einige Kunstliebhaber schwer tun, die Schwelle des Hauses zu übertreten und durch die Gaststätte zu gehen. Denen macht Hasler Mut, denn jeder sei willkommen, auch wenn er nichts esse und trinke und nur wegen der Bilder komme. In der Nähe gibt es über einem Cafe ebenfalls einen Ausstellungsraum und im ersten Stock des Rathauses eine Galerie mit wechselnden Künstlern. Als Konkurrenz sieht Schmieden das nicht. Im Gegenteil: „Es müsste viel mehr solche Räume in der Stadt geben, wo man sich Kunst anschauen kann.“