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Peggy Guggenheim: Leben und Kunst Hand in Hand

Peggy Guggenheim: Leben und Kunst Hand in Hand

Sie leistete ihren Beitrag, Kunstrichtungen wie Dadaismus oder Surrealismus gesellschaftsfähig zu machen: In der Kinowerkstatt ist das Porträt der wohl bedeutendsten Kunstsammlerin des 20. Jahrhunderts zu sehen.

. Peggy Guggenheim ist die vielleicht berühmteste Kunstsammlerin des 20. Jahrhunderts und leistete einen wertvollen Beitrag, moderne Kunstrichtungen wie Surrealismus , Kubismus oder Dadaismus gesellschaftsfähig zu machen. Für ihr Doku-Porträt, das am Sonntag, 12. Juni, in einer Matinee-Vorstellung um 11 Uhr sowie noch einmal am Sonntag um 20 Uhr und am Montag, 13. Juni, um 18 Uhr in der Kinowerkstatt St. Ingbert läuft, machte die Filmemacherin Lisa Immordino Vreeland das verschollen geglaubte letzte Interview der 1979 verstorbenen Kunstmäzenin ausfindig. Peggy Guggenheim kommt damit in der Doku ausführlich selbst zu Wort. Mit dem neuen Material liefert Vreeland nicht nur exklusive Einblicke in das kuratorische Schaffen der Guggenheim, sondern insbesondere auch in ihre Männergeschichten. So zeichnet das Porträt Peggy Guggenheim als eine selbstbewusste Frau, bei der das Leben und die Kunst Hand in Hand gingen.

Die 1898 in New York geborene Peggy Guggenheim galt als das schwarze Schaf ihrer betuchten Familie. Ihr Vater Benjamin war 1912 eines der berühmten Opfer beim Untergang der Titanic, weswegen Peggy ihr Erbe von etwa einer halben Million US-Dollar bereits im Alter von 18 Jahren antreten konnte. Anstatt das Geld für wohltätige Zwecke einzusetzen, wie es in der Familie Guggenheim nicht unüblich war, genoss die aparte Peggy das schöne Leben. Spätestens 1942 etablierte sich Guggenheim mit der Eröffnung der New Yorker Galerie "The Art of This Century" als Kunstkennerin ersten Ranges, die Malern wie Jean Cocteau oder Wassily Kandinsky zu ersten Einzelausstellungen verhalf.

In der Zeit des Dritten Reichs ermöglichte Guggenheim einigen Künstlern, darunter Max Ernst , die Flucht von Europa nach New York. Zugleich kaufte sie die von den Nationalsozialisten als "entartet" gebrandmarkte Kunst günstig auf und schaffte so das Fundament ihrer ambitionierten Sammlung.

Ganz neu im Kino ist "Much Loved" (Frankreich/ Marokko 2015) Regie & Buch: Nabil Ayouch - ein , wahrhaftiger, bewegender und bisweilen auch humorvoller Spielfilm um eine Gruppe Frauen, die sich als Prostituierte in Marokko durchschlagen. Er läuft in der arabischen Fassung mit deutschen Untertiteln weiter in der Kinowerkstatt, und zwar am kommenden Montag, 13. Juni, um 20 Uhr.

kinowerkstatt.de