Passionsmusik in der Fastenzeit

Passionsmusik war am Sonntag in der Pfarrkirche Heilige Familie in Rentrisch zu hören. Das Saarbrücker Collegium Instrumental spielte „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“ von Joseph Haydn.

. Auch im Stadtteil Rentrisch wurde am zurückliegenden Wochenende dem Wunsch der Freunde von Passionsmusik nach einem Konzert Rechnung getragen. In der Pfarrkirche Heilige Familie war die Aufführung am Sonntagnachmittag rein instrumental und somit völlig ohne Gesang. Das Saarbrücker Collegium Instrumental unter der Leitung von Helmut Haag hatte sich an "Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze" von Joseph Haydn herangewagt und dieses Wagnis mit Bravour bestanden.

In der Fassung für Streichorchester gaben die 15 Musiker ein Konzert in der Fastenzeit, von dem Pfarrer Peter Serf meinte, es sei "eine Andacht, zu der wir eingeladen werden". Der Geistliche war es auch, der in etlichen der insgesamt acht Sätzen des Werkes (die Einleitung mitgerechnet) die Rolle der Christusworte sprach. Haydn erhielt 1785 aus dem andalusischen Cádiz den Auftrag für das Werk. Er sollte für die Karwoche eine geistige Instrumentalmusik schreiben. Dabei sollten "Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze" eine Ausdeutung erfahren. 1786 kam an Karfreitag das Werk für sinfonische Orchester in der Kirche Santa Cueva zur Uraufführung.

Aus den Passionsberichten der vier Evangelisten wurden die sieben Worte des sterbenden Jesu übernommen. In den ersten Takten der Sonaten der ersten Violine wurden sie unterlegt. Die Fassung für Streichquartett, die Joseph Haydn ein Jahr später veröffentlichte, ist weitaus bekannter als das ursprüngliche Werk. Nach dem ersten Satz, in Largo gespielt, zeigten sich schnell die Stärken des Streichorchesters. Auch im 40. Jahr seines Bestehens, es wurde von Studierenden der Hochschule für Musik Saar 1974 gegründet, kennzeichnete sich das komplette Konzert durch ein mehr als glasklares, präzises Spiel und einen hochprofessionellen Klang.

Vor allem bei der Sonate Nr. 3 "Frau, siehe, dein Sohn! Und du: siehe, deine Mutter!", wurde dies mehr als deutlich. Die acht langsamen Sätze kennzeichnen sich durch eine Vielfalt an musikalisch Machbarem, sodass man kaum merkt, dass es sich um eine Folge von Stücken handelt. Eintönig ist da etwas anderes. Der Komponist zeigt mit seinem Werk seine tiefe Dankbarkeit und seinen Einklang mit sich selbst. Nur die vierte Sonate ("Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?"), ist die einzige, die sich nicht durch eine positive Stimmung überschreiben lässt. Auch das Rentrischer Publikum ließ sich am Sonntagabend in den Bann des Haydnschen Werkes ziehen. Am Ende gab es stehenden Applaus für das Saarbrücker Orchester. Die Einstimmung auf das bevorstehende Osterfest mit all seiner kirchlichen Bedeutung scheint gelungen.