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Ortsvorsteher Meyer will Denkmal retten

Ortsvorsteher Meyer will Denkmal retten

Das Schicksal der Turnhalle am Leibniz-Altbau ist ungewiss, nachdem sich bauliche Mängel gezeigt haben. St. Ingberts Ortsvorsteher Ulli Meyer macht sich für ihren Erhalt stark. Der Kreis will bald entscheiden.

St. Ingbert. Ulli Meyer traut dem Frieden nicht. Der St. Ingberter Ortsvorsteher (CDU) hat sich erneut an Landrat Clemens Lindemann (SPD) gewandt, um für einen Erhalt der alten Turnhalle am Altbau des Leibniz-Gymnasiums zu werben. Zwar beteuert der Kreis nach wie vor, von einem Abriss sei bislang nicht die Rede. Aber Meyer sind die Aussagen offensichtlich zu oberflächlich. Er bezieht sich in seinem jüngsten Schreiben an den Landrat auf die Zuschüsse, die vom Bund für kulturelle Objekte im Saarpfalz-Kreis bereitstehen (die SZ berichtete).Ortsvorsteher Meyer schreibt dem Landrat: "Angesichts des Zuschusses von 100 000 Euro für die Renovierung des Leibniz-Gymnasiums durch den Bund möchte ich mich nochmals an Sie wenden. Ich freue mich, dass es auf Initiative unseres Bundestagsabgeordneten Alexander Funk gelungen ist, diese Fördermittel des Bundes für den Leibniz-Altbau zu sichern." Der Ortsvorsteher sieht in dem Geld eine Bestätigung für die nationale Bedeutung, die der zentral in der Mittelstadt gelegene Schulbau aus den 1920er Jahren genieße.

Meyer weiter: "Daher bitte ich Sie, Ihre Pläne, die Turnhalle abzureißen, nochmals zu überdenken." Der Landrat solle sich zu dem Ensemble als historischem Erbe der Stadt bekennen. Meyer erinnert auch noch einmal an die Bürgerversammlung zur Neugestaltung der Grünanlage am Leibniz-Gymnasium. Auf ihr hätten sich einige Aspekte herauskristallisiert: Der Bereich an der Koelle-Karmann-Straße sollte demnach naturnah gestaltet werden. Auch das Nadelgehölz im Inneren der Anlage in der Hälfte zur Römerstraße sähen die Bürger gerne erhalten. Weiter habe es Einigkeit unter den Anwohnern gegeben, dass es keinen Busbahnhof vor der Grünanlage in der Albert-Weisgerber-Allee geben dürfe. Und nicht zuletzt erinnert Meyer an den Wunsch nach Entschädiung hinsichtlich der Schäden, die den Anwohnern durch die Erschütterungen beim Bau des Neubaus entstanden seien.

Beim Kreis spricht man weiter von einem "völlig offenen" Prozess, wie es mit der Halle weitergeht. So viel steht fest: Der Stahlbeton der Halle ist marode. Deshalb ist sie auch gesperrt. Baudezernent Gerhard Mörsch hatte Ende März bereits erklärt, das Interesse der St. Ingberter an dem historisch wertvollen und schönen Leibniz-Ensemble werde bei den Überlegungen der Kreisverwaltung berücksichtigt. Wenn es statisch möglich sei, wolle man das Gebäude erhalten. Stefan Munz, persönlicher Referent des Landrates, bekräftigt diese Aussage jetzt im Juni auf Nachfrage der SZ.

Er sagt auch: "Es waren zwei Gutachten in Auftrag gegeben. Mittlerweile liegen erste Ergebnisse vor, die mit dem Landesdenkmalamt und den zuständigen Gremien besprochen werden müssen." Details dazu will er nicht verraten. Aber er bleibt bei der Einschätzung, es gebe keine Vorentscheidung. Jedenfalls wolle man von Kreisseite zügig eine Entscheidung herbeiführen. Der Anbau am alten Leibniz-Gymnasium soll zu Schuljahresbeginn 2013/14 fertig sein. Die Turnhalle sollte nach der ursprünglichen Planung die freiwillige Ganztagsschule beherbergen.