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Ortsrat steckt mehr Geld in Thume Eck in St. Ingbert

Finanzieller Nachschlag nötig : Ortsrat zahlt Zusätze an Thume Eck

Schön sollte er werden, der neue Platz an der Ecke Kohlen-/Josefstaler Straße. Doch Schönheit und zusätzliche Wünsche kosten. Das merkte jetzt der Ortsrat von St. Ingbert-Mitte.

Die Baumaßnahme Thume Eck – der neue Platz im Kreuzungsbereich Josefstaler- und Kohlenstraße – wird, was die Folgekosten beziehungsweise die Aufwendungen für die Ausgestaltung anbelangt, für den Ortsrat St. Ingbert-Mitte etwas teurer als geplant. Wie das Kommunalgremium in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich, bei einer Stimmenthaltung, beschlossen hat, kommen rund weitere 5000 Euro auf den Etat des Ortsrats zu, die dieser über seinen Etat an Verfügungsmitteln finanzieren wird.

Die Beleuchtung der Nessie-Skulptur sei nicht vorgesehen gewesen, teilte Ortsvorsteherin Irene Kaiser (CDU) in der Sitzung mit. Die Stadtwerke St. Ingbert berechnen für die Verlegung der Außenkabel und die Installation einer Trafostation einen Betrag in Höhe von 3950 Euro. Hinzu kommen 500 Euro für den Anschluss durch einen Elektriker. Ferner bedarf das Fundament der Skulptur einer Edelstahlabdeckung, die mit 327,25 Euro zu Buche schlägt. Die Kosten für das Sponsorenschild der Familie Peters an der Skulptur belaufen sich auf 35,70 Euro.

Da die vorgesehenen Mittel für den Abriss des früheren Wohnhauses an dieser Stelle, für die Fassadengestaltung der Nachbargebäude und für die Grünanlagen aufgebraucht sind, hatte die Ortsvorsteherin den Ortsrat gebeten, die Kosten zu bezahlen. Auch wurde beschlossen, den Namen „Thume Eck“ beizubehalten, da er seit langer Zeit in der Bevölkerung fest verankert ist. Somit wird auch der heimatgeschichtlichen Gestaltung des Platzes ebenfalls Rechnung getragen. Familie Thum hat ihr Einverständnis zur Namensführung erklärt. „Es ist wunderbar. Die Skulptur leuchtet in der Sonne!“, schwärmte Irene Kaiser in der Sitzung.

Wie die Ortsvorsteherin weiter mitteilte, wird das neu geschaffene Thume Eck an diesem Mittwoch im Rahmen einer kleinen und inoffiziellen Feier eingeweiht. Der offizielle Akt wird wohl wegen der Corona-Pandemie verschoben werden müssen. Eines konnte Irene Kaiser aber vorab verraten: Das neue St. Ingberter Kleinod wird bald blau angestrahlt werden. Schon jetzt existent ist die sogenannte Infotheke, eine Art Informationstafel, die der Heimat- und Verkehrsverein gespendet hat und die Hintergründe des Platzes erklärt. „Die Begrünung der Gladiolen wäre schön. Das kostet nicht viel Geld“, schlug Bodo Marschall (Bündnis 90/Die Grünen) vor.

Das sah die Ortsvorsteherin etwas verhaltener und bat darum, sich das Ganze nochmals zu überlegen. „Wir müssen darauf achten, dass die Trockenmauer nicht versteckt wird. Wir wollen sie auf keinen Fall zuwachsen lassen. Sie wirkt an sich, wie sie jetzt dasteht“, fasste Irene Kaiser zusammen. Philipp Weis sieht das Ganze kritischer. Das SPD-Ortsratsmitglied hält die komplette Maßnahme für unverhältnismäßig, wenn gleichzeitig bei den St. Ingberter Spielplätzen ein Rückbau stattfindet. Deshalb werde er sich bei der Abstimmung enthalten. „Wir haben ganz viel in Spielplätze investiert. Das kann ich so nicht stehen lassen. Es handelt sich um einen Platz, der lange ein Schandfleck war“, stellte Kaiser daraufhin klar. Zudem habe sie nur positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung erhalten. Es kämen viele Leute von außerhalb, um sich den Platz anzusehen. „Die Spielplätze sind nicht zu kurz gekommen, im Gegenteil. Wir müssen darauf hoffen, dass die Stadt attraktiv bleibt“, bekräftigte Irene Kaiser ihre Sichtweise.

Zustimmung erhielt die Ortsvorsteherin von der Familien-Partei. „Das ist eine sehr schöne Ecke. Ich finde sie sehr gelungen“, lobte Monika Hauck das neue Thume Eck. Einen Wunsch hatte die Ortsvorsteherin noch. „Ich hoffe auf keine Graffiti“, sagte Kaiser.