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Ortsrat St. Ingbert findet Platz für Brunnen aus Radebeul

Ortsrat St. Ingbert-Mitte : Neuer Brunnen kommt in den „Sumpe“

Die Stadt Radebeul schenkt St. Ingbert einen Brunnen. Anlass: Das Jubiläum der Deutschen Einheit. Bedingung: Eine Stelle in der Mittelstadt, die Aufmerksamkeit findet. Letzteres sieht der Ortsrat Mitte im „Sumpe“ gegeben.

Eine freudige Mitteilung konnte Irene Kaiser (CDU) in der jüngsten Sitzung des Ortsrates St. Ingbert-Mitte machen. „Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums zur Deutschen Einheit 2020, das in diesem Jahr in kleinem Rahmen nachgefeiert werden soll, hat uns unsere Partnerstadt Radebeul angekündigt, einen Brunnen zum Geschenk zu machen“, sagte die Ortsvorsteherin. Das Objekt heißt „Die Liebenden“ und besteht aus zwei Bronzestatuen, die sich auf einer Stellfläche von zwei mal zwei Metern befinden. Seitens der Radebeuler wurde der Wunsch geäußert, dass der Brunnen an einer exponierten Stelle in der Stadt seinen Platz finden soll. Falls möglich, sollte er dann im September beim Besuch der Delegation aus der Partnerstadt eingeweiht werden.

Darauf gab es von der St. Ingberter Stadtverwaltung folgende Vorschläge für einen möglichen Platz für das Geschenk: die Gustav-Clauss-Anlage, der Freiplatz vor dem ehemaligen Pizza-Imbiss „Bella Calabria“ („Im Sumpe“), der Garten am Kulturhaus, der Weinberg und in der „Luschd“. Der Ortsrat hat sich bereits vor einigen Jahren mit der Gestaltung des, durch den Abriss der Pizzabude „Bella Calabria“ freigeworden Platzes in der Blieskasteler Straße beschäftigt und Ideen für dessen Gestaltung gesammelt. Dabei kam der Wunsch auf, an dieser Stelle einen Brunnen zu installieren. Dies sei auch deshalb passend, da es im Sumpe früher Brunnen gab, so die Ortsvorsteherin.

Irene Kaiser meinte, dieser Platz sei von allen vorgeschlagenen Stellen der am besten geeignete. Zudem handele es sich um eines der ältesten Wohngebiete der Stadt. In der Fußgängerzone sei kein Platz, da die Geschäftsleute keinen Brunnen vor ihren Läden möchten. Auch vor der Engelbertskirche biete sich keine Möglichkeit, da sich dort bereits das Tastenmodell befindet. Möglichen Befürchtungen, wonach Kinder in den neuen Brunnen fallen könnten, erteilte sie eine Absage, da dies baulich nicht möglich sei. „Wir haben in der Kernstadt zu viele Brunnen“, meinte Marie-Elisabeth Bier (SPD), die sich für einen Standort in der Gustav-Clauss-Anlage aussprach. Den Stadtpark hielt die Ortsvorsteherin jedoch für „zu weit weg vom Schuss“, was von den Radebeulern nicht gewünscht ist. Sie sieht dort auch vor allem die Gefahr von Graffiti. „Die Ecke ist momentan eh‘ nicht so schön“, sprach sich Monika Hauck (Familien-Partei) für den Standort „Im Sumpe“ aus.

Die gleiche Auffassung vertrat auch Bodo Marschall (Bündnis 90/Die Grünen). Er forderte jedoch eine andere Seite für die Ausrichtung, damit der Brunnen besser wirke. „Da wird er besser gesehen, als wenn er von den Bäumen verdeckt wird“, erklärte Marschall seinen Standpunkt. Ein Vorschlag, den die Ortsvorsteherin begrüßte. Zumal auch die Grundlage für eine gastronomische Bewirtschaftung gegeben sein sollte. Auf dieser Freifläche herrsche eine gewisse soziale Kontrolle, was das Risiko von Vandalismus gering erscheinen ließe, hofft Irene Kaiser. Damit würde auch dem Wunsch des Spenders nach einer exponierten Stelle Rechnung getragen.

„Mit dem Brunnen könnten wir diesen historisch bedeutenden Platz aufwerten und so einen attraktiven Zugang zur Fußgängerzone schaffen“, begründete Kaiser ihre Empfehlung für den Bereich nahe dem „Bermuda-Dreieck“ in der Blieskasteler Straße.

Wie die Ortsvorsteherin weiter informierte, befinden sich die beiden Original-Figuren „Die Liebenden“ seit sechs Jahren im Rathaus-Areal hinter dem Standesamt in der Alten Post von Radebeul-Ost. Die Bildhauerin Malgorzata Chodakowska hat die Brunnen-Bronzeplastik für den Hochzeitsgarten in der sächsischen Stadt geschaffen. Sie kostete 40 000 Euro und stellt einen Anziehungspunkt für die Hochzeitsgesellschaften dar, die den Garten zum Fotografieren nutzen. Das Wasser fließt aus den Händen der Frau in die des Mannes.

Der Rat stimmte mehrheitlich, bei zwei Enthaltungen, für den Standort auf dem ehemaligen Gelände des Pizza-Imbiss „Bella Calabria“.