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Ortsrat Rohrbach bestürzt über Stellenabbau bei Thyssen-Krupp

Bedeutsames Unternehmen in der Region : Ortsrat Rohrbach bestürzt über Stellenabbau bei Thyssenkrupp

Einstimmig schlossen sich die Ratsmitlgieder einer Resolution des St. Ingberter Stadrates an, in der sich gegen den Stellenabbau ausgesprochen wird. Ortsvorsteher Weber betonte die Bedeutung des Unternehmens für die Region.

Auch der Ortsrat Rohrbach kam bei seiner ersten Sitzung im neuen Jahr nicht am aktuellen Thema Thyssenkrupp Industrial Solutions vorbei. Das Unternehmen, das im St. Ingberter Stadtteil Fördertechnik herstellt, plant rund 100 von 220 Stellen abzubauen (wir berichteten). Deshalb beschloss der Rat im Ausweich-Quartier der St. Ingberter Stadthalle, sich einstimmig der verabschiedeten Resolution des St. Ingberter Stadtrats zum Erhalt der Stellen anzuschließen. „Das ist ein sehr beklemmendes Gefühl“, brachte Roland Weber (parteilos) seine Bestürzung zum Ausdruck.

Der Ortsvorsteher erinnerte in der Sitzung an die wechselvolle Geschichte des Unternehmens, welches zuvor unter anderem den Namen Heckel trug und bereits seit über 100 Jahren existiert. „Rohrbach wäre nie so gewachsen ohne dieses Unternehmen“, gab Weber zu bedenken. Ein Grund für den Erfolg am Rohrbacher Standort wäre in früheren Zeiten unter anderem der Anschluss an das Bahnnetz gewesen, rief der Ortsvorsteher in Erinnerung. Das sei quasi eine Art Alleinstellungsmerkmal gewesen und keinesfalls eine Selbstverständlichkeit. Der Zerfall habe schon bereits vor rund 30 Jahren begonnen, so die Einschätzung von Roland Weber. Er habe quasi einen doppelten Bezug zum Betrieb. Zum einen als Rohrbacher und als Chef des Kommunalgremiums. Zum anderen habe er dort seine erste Berufsausbildung absolviert. Auch sein Vater sei lange Jahre dort beschäftigt und im Betriebsrat aktiv gewesen.

Viel Herzblut hänge also an der Firma. Es sei somit nicht einfach ein Arbeitgeber, der Personal abbaue. Von daher war der Vorschlag des Ortsvorstehers, sich der Resolution des Stadtrats anzuschließen, mehr als naheliegend. Dies schließe aber nicht aus, dass der Rohrbacher Ortsrat möglicherweise – quasi um der Forderung den Arbeitsplatzabbau nochmals zu überdenken – eine eigene Resolution als Ergänzung auf den Weg bringen wird. Dies ist aber noch nicht sicher. „Wir müssen den Sprung schaffen. Ansonsten werden wir das hier spüren“, verlieh Weber seiner Hoffnung Ausdruck.

Kritisch sieht er die Gerüchte, wonach nur in Rohrbach Personal reduziert werden solle. Wie er gehört habe, wären die beiden anderen Standorte in Essen und in Neubeckum, auch dort werden Maschinenteile hergestellt, nicht vom Abbau betroffen. Es bestehe quasi die Vermutung, wonach Rohrbach das Bauernopfer dafür sei, dass die beiden Standorte in Nordrhein-Westfalen verschont bleiben sollen. Wenn, müsste der Abbau an allen Standorten geschehen. Dies könnte die Zahl 100 möglicherweise reduzieren.