Ortsrat plädiert für Vielfalt

Das auf dem Gelände der ehemaligen Christophorus-Schule Ein- und Zweifamilienhäuser errichtet werden, gefällt den Mitglieder des Ortsrates St. Ingbert-Mitte. Mit den Bauvorschriften können sie sich weniger anfreunden.

Ein Thema bei der jüngsten Sitzung des Ortsrates St. Ingbert-Mitte war der Bebauungsplan Nummer 1004 "Schnapphahner Dell ". Auf dem Gelände der ehemaligen Christophorus-Schule plant eine Investorin die Errichtung von Ein- und Zweifamilienhäusern. Vor Eintritt des naturrechtlichen Rodungsverbots hat die Eigentümerin des Geländes ein artenschutzrechtliches Gutachten erstellen lassen. In diesem wird die weitestgehende Erhaltung des alten Baumbestandes empfohlen. Die für die Bauarbeiten nötigen Rodungen wurden mittlerweile vollzogen. Der Ortsrat begrüßte das Bauvorhaben, bei dem eine innerstädtische Brachfläche erschlossen werde. Auch, dass die Erschließung über die Schnapphahner Dell mit einem Wendehammer erfolgen solle, stieß auf Zustimmung. Diskussionen gab es aber bei den bauordnungsrechtlichen Festsetzungen, die Dachform und -neigung, Fassaden, Fenster und Türen sowie Antennen und Einfriedungen vorschreiben. "Grausam", so das Fazit von Bodo Marschall (Die Grünen), denn dass die Fassaden eben nur in grau, weiß und anthrazit gehalten werden sollen, widersprach ihm, der eine Lanze für die Individualität brach. Ähnliches gilt für Fenster, Türen und Tore und auch, dass die Dächer nur als Flachdächer ausgeführt werden sollen, fand nicht die Gegenliebe der Ortsratsmitglieder. "Man sollte den späteren Besitzern der Häuser mehr Flexibilität zugestehen, sowohl was die Farbe, die Dachform oder das zu verwendende Material angeht", sagte Ortsvorsteher Ulli Meyer. Sollte es sich um örtliche Bauvorschriften handeln, bat er darum, diese zu entschlacken.

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