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Ortsrat Oberwürzbach sucht Betreiber für Poststelle

Oberwürzbach : Ortsrat sucht nach Betreiber für Poststelle

Weil die Post abwinkt, soll in Oberwürzbach ein anderer Anbieter her. Die Suche gestaltet sich schwierig.

Der St. Ingberter Stadtteil Oberwürzbach hat seit Jahresanfang keine Poststelle mehr. Über Jahrzehnte hinweg betrieben Marianne und Bernhard Schmitt in der Hauptstraße 102 die Postagentur in ihrem Schreibwarengeschäft, das auch Toto- und Lotto-Annahmestelle war. Zum Ende des vergangenen Jahres gaben die Schmitts ihr Geschäft aus gesundheitlichen Gründen auf. Darauf startete die Ortsvorsteherin einen Aufruf, damit, womöglich an anderer Stelle, in Oberwürzbach wieder Postdienstleistungen möglich sind.

Der Ortsrat beschäftigte sich seiner letzten Sitzung auf Antrag der SPD mit dem aktuellen Stand in dieser Angelegenheit. „Es gab mehrere Interessenten. Vor zwei Wochen hat der Letzte abgesagt“, blickte Lydia Schaar (CDU) zurück. Der Grund sei die, seitens der möglichen Betreiber vermutete, mangelnde Rentabilität gewesen, so die Ortsvorsteherin. Die Deutsche Post AG (DPAG) werde aber auch keine eigene Stelle einrichten, konnte sie in Erfahrung bringen. Die erforderliche Mindestzahl an Postsendungen in Oberwürzbach werde nicht erfüllt, so lautete der Grund, der ihr mitgeteilt worden sei. Sie sei froh, dass die Familie Schmitt sie zeitnah informiert habe, damit so wenig Zeit wie möglich für die Nachfolgesuche verloren geht, so Schaar weiter.

Um ein rentables Geschäft zu betreiben, sei auf jeden Fall ein gemischtes Konzept erforderlich. Die Ortsvorsteherin habe deshalb auch schon mit Saartoto Gespräche geführt. Die Post-Ausrüstung werde seitens der DPAG gegen eine Bürgschaft zur Verfügung gestellt. „Das Interesse der Post ist offenkundig gering. Man hat kaum Werbung wahrgenommen“, lautete die Vermutung von Thomas Meyer in der Sitzung. Deshalb forderte der SPD-Fraktionssprecher eine Packstation als Alternative. Vorstellbar sei hierfür der Parkplatz Steckental oder das Gelände vor der Oberwürzbachhalle. Da sich, unter anderem wegen der Corona-Pandemie, das Online-Geschäft ausweitet, sei die Nachfrage entsprechend, so Meyer. Die Bewohner von Oberwürzbach müssen momentan nach St. Ingbert oder nach Hassel ausweichen. „Eine Post wäre extrem wichtig“, unterstrich Lydia Schaar. Ihr sei als Ersatz eine „mobile Post“ angeboten worden. Hierbei kann man etwa Briefmarken beim Postboten kaufen. Das erscheint der Ortsvorsteherin jedoch nicht zeitgemäß und auch fraglich, da man als Kunde auch genau dann zu Hause sein müsse, wenn der Postbote klingelt.

Interessenten können sich für weitere Informationen oder zur Vermittlung von Kontaktdaten an die Ortsvorsteherin wenden: Tel. (0176) 30 69 24 23 oder E-Mail: l.schaar@oberwuerzbach.de