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Ortsrat Hassel sagt den Nachtumzug endgültig ab

Ortsrat Hassel : Ortsrat Hassel sagt Nachtumzug endgültig ab

Das Aus war angesichts der Corona-Pandemie unstrittig. Diskussionen gab es um eine Verlegung oder mögliche Alternativen.

Mitte Februar wird es am Fastnachtsfreitag keinen Hasseler Nachtumzug (HaNaZu) geben. Das hat der Ortsrat vor einigen Tagen beschlossen. Angesichts der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen kommt das nicht überraschend. Dennoch verlief die Diskussion in der Alten Schulturnhalle bei der letzten Ortsratssitzung in 2020 mehr als lebhaft. Der Streit entfachte sich an den möglichen Alternativen, die an die Stelle des närrischen Lindwurms treten könnten; wenn auch zu einem anderen Zeitpunkt. Der abendliche Fastnachtsumzug, der am 12. Februar 2021 zum dritten Mal stattgefunden hätte, brachte 2020 5000 Menschen in den St. Ingberter Stadtteil und hat somit eine immense Anziehungskraft. Mit Sicherheit auch, weil es keine Parallelveranstaltungen um diese Zeit gibt.

„Ich hatte bei der Erstellung der Tagesordnung noch gehofft. Das ist nun hinfällig“, bedauerte Markus Hauck (CDU), als er das Thema in der Sitzung aufrief. Der Ortsvorsteher rechnet nicht mit einem Ende des derzeitigen Lockdown zum 10. Januar 2021. „Wir könnten den HaNaZu ja auf die Zeit nach Corona verschieben. Das wäre doch mal was Neues“, schlug daraufhin Albert Zitt vor. Der SPD-Fraktionsvorsitzende ist gleichzeitig Organisator des närrischen Lindwurms und hatte 2017 die Idee für den Neustart des Hasseler Fastnachtsumzugs in 2018. Ein Fastnachtsumzug im Sommer und dann noch im Dunkeln, das hätte doch was, gab Zitt zu bedenken. „Corona zieht uns alle böse herunter. Die Leute wollen das. Jetzt ist es vielleicht etwas früh“, so Zitt weiter. Der Ortsrat könne sich ja seinen Vorschlag mal durch den Kopf gehen lassen und in der nächsten Sitzung besprechen. „Bis dahin könnte man die Vereine anschreiben und nach ihrer Sichtweise fragen“, untermauerte Albert Zitt seine Idee.

„Ich mache nicht gerne Fastnacht mitten im Jahr“, gab sich Ortsvorsteher Hauck skeptisch. Wenn das Ganze nicht stattfinden kann, dann müsse man eben bis 2022 warten. „Das wäre mit Sicherheit das ganz falsche Signal. Düsseldorf hat auch schon mal in den Sommer verlegt. Ich finde die Idee gut“, pflichtete Uwe Herold (CDU) dem Zitt-Vorschlag bei. „Dann müssten mehr Vereine das so beschließen, wenn nur wir alleine uns beteiligen, nützt das nichts“, gab der Ortsrats-Chef zu bedenken. Statt eines Umzugs wäre vielleicht ein Sommerfest geeigneter, schlug daraufhin Ursula Litzenburger (Die Unabhängigen) vor. „Jeder Verein will sein Fest nachholen. Die Leute warten darauf. Sobald die Beschlüsse aufgehoben sind, geht es von selbst los“, entgegnete Markus Hauck. „Die Vereine haben viele Einbußen“, gab Litzenburger zu bedenken.

„Eine Verlegung in den Sommer halte ich für unwahrscheinlich. Das Impfprogramm geht bis in den Herbst. Wir sollten uns Alternativen überlegen. Wir könnten ja Fastnachtskiechelcher an die Haustüren hängen“, schlug Claus Jacob (Familienpartei) vor. Seiner Meinung nach werden die Leute im Winter depressiv. Uwe Herold befürwortete den Jacob’schen Vorschlag. Dafür habe man weder ein Budget noch die geeignete Verteilungslogistik und erst recht keinen Sponsor, warf Markus Hauck ein. Hauck hält diesen Vorschlag für „nicht praktikabel“. Dem pflichtete Organisator Albert Zitt bei. „Ich organisiere die Truppe, wenn ihr Euch um das Geld kümmert. Kein Sponsor wird sich bereit erklären“, brachte er seine Zweifel zum Ausdruck. „Ist echt kein Geld mehr da? Wir haben doch seit Monaten nichts mehr gemacht“, fragte Claus Jacob. Es sei vielmehr ein logistisches Problem, erklärte Markus Hauck.

„Ich finde die Diskussion sehr müßig. Der Lockdown dauert bestimmt bis Februar. Wir sollten das im Januar diskutieren“, forderte Andreas Abel (CDU). „Irgendwas machen sollten wir auf jeden Fall“, erneuerte Claus Jacob seine Sichtweise. „Wir könnten beide Ideen kombinieren: Umzug und Verteilaktion“, meinte CDU-Fraktionschef Michael Luck. „Wir werden bald wissen, wohin die Reise geht“, schloss Markus Hauck die Debatte.