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Ortsrat entschied über Absage von Flohmarkt in Hassel

Termin im September ist abgesagt : Nach langer Debatte kam das Aus für den Flohmarkt in Hassel

Er ist ein Aushängeschild für den Stadtteil, lockt jedes Jahr Mitte September zahlreiche Gäste aus nah und fern an. Er punktet immer mit seiner familiären Atmosphäre, hat viele Stammgäste. Die Rede ist vom Hasseler Flohmarkt.

An der 35. Auflage im vergangenen Jahr nahmen rund 200 Händler teil. Organisator des Spektakels ist der Hasseler Ortsrat. Dieser stand jetzt vor der Frage: „Können wir den Flohmarkt auch in diesem Jahr trotz Corona durchführen?“

Das Für und Wider diskutierten die Ortsratsmitglieder sehr intensiv am Dienstagabend in der ersten Sitzung nach der Corona-bedingten Pause. Um die nötigen Abstände einhalten zu können, hat diese in der alten Schulturnhalle in der Kettelerstraße stattgefunden.

Das Ergebnis vorweg: Mit großer Mehrheit entschied der Rat, den Flohmarkt für dieses Jahr abzusagen. Leicht machte sich das Gremium diese Entscheidung nicht. Zu Beginn der Beratung wies Ortsvorsteher Markus Hauck (CDU) auf die große Bedeutung des Flohmarktes für den Ort hin. „Er ist nach dem Dorffest der Start in die Herbstsaison“, so Hauck. Aus Teilen des Erlöses aus der Standgebühr werde jedes Jahr der Hasseler Heimatbrief zu Weihnachten erstellt und an alle Haushalte verteilt sowie auch an ehemalige Hasseler Bürgerinnen und Bürger in der ganzen Welt verschickt. Doch für den diesjährigen Flohmarkt gebe es sehr viele Fragezeichen, betonte Hauck. Er zeigte sich überzeugt, dass auch bei weiteren Lockerungen, vor allem mit Blick auf die Abstandsregeln, nur eine eingeschränkte Durchführung möglich sei. Und die sei weder für Händler noch für Gäste sinnvoll.

Hauck: „Auch wenn wir das Gelände einzäunen würden, könnten wir bei dem ständigen Kommen und Gehen weder die genaue Zahl der Besucher noch die Abstandsregeln kontrollieren und auch nicht die Nachverfolgbarkeit gewährleisten.“ Dass das Ganze für den Ortsrat nicht zu kontrollieren sei, betonte auch Andreas Abel (CDU). Der Jurist erklärte: „Eine Durchführung ist zu gefährlich. Wir sollten den Flohmarkt absagen.“ Auch Parteikollege Andreas Schwarz plädierte für eine Absage. Jetzt die Durchführung der Veranstaltung zu beschließen, sei in der momentanen Situation „das falsche Zeichen“, so Schwarz. Er zeigte sich überzeugt, dass sich in den nächsten vier Wochen an den Regelungen nicht viel ändern werde.

Anders sah das hingegen Albert Zitt (SPD). Er betonte: „Es ist für eine Absage zu früh. Wir sollten noch vier Wochen abwarten und dann entscheiden.“ Über die Durchführung des Hasseler Weihnachtsmarktes will der Ortsrat erst nach den Sommerferien entscheiden. Am Tag nach der Sitzung versicherte der Ortsvorsteher, dass es auch in diesem Jahr den Hasseler Heimatbrief geben werde. Markus Hauck gegenüber unserer Zeitung: „Wir haben eine andere Finanzierung gefunden.“