Ortsrat beharrt auf Bürgerservice

Die Möglichkeit, Melde-Angelegenheiten in Oberwürzbach zu erledigen, hat die Stadtverwaltung wieder eingestellt. Das findet der Ortsrat allerdings gar nicht gut. Er fordert eine längere Probephase für das Projekt.

Auf wenig Gegenliebe stößt im Oberwürzbacher Ortsrat, dass das Bürgerservicecenter (BSC) seinen Betrieb wieder eingestellt hat. Die Dienste wurden seit Mai dieses Jahres einmal im Monat angeboten. Wie die Verwaltung mitteilte, sei man nach "ausführlicher Prüfung der Nutzerzahlen" zu dem Entschluss gekommen, dass ein "Vorhalt des Personals" nicht zu rechtfertigen sei. Schließlich würden die Kräfte im St. Ingberter Rathaus zu den entsprechenden Zeiten fehlen. So könne man nicht "von einer übereilten Schließung" reden.

Einige Zahlen würden dies belegen. So hatte das BSC zwischen Mai und Oktober fünf Mal für je drei Stunden geöffnet, an zwei Tagen war "keinerlei Publikumsverkehr" zu verzeichnen. Insgesamt hatten die Verwaltungsmitarbeiter zwei Lebensbescheinigungen, eine Beglaubigung und einen Antrag auf einen Personalausweis bearbeitet. Hinzu kam die Ausgabe von elf Packungen Gelber Säcke. Auch die stetig wachsenden Anforderungen an die IT-Abteilung würden einen immensen Zeit- und Arbeitsaufwand mit sich bringen. Für die Arbeit im Bürgerservicecenter müssten Hard- und Softwarekomponenten immer wieder neu installiert werden, dies entspreche Vorgaben der Bundesdruckerei. Gemeinsam möchte sich der Ortsrat nun dafür stark machen, das Angebot wieder zu beleben.

"Es dauert halt einfach, bis die Dienste im Bewusstsein der Bevölkerung sind", sagte Lydia Schaar. Die Ortsvorsteherin bemängelt auch, dass das Angebot seitens der Stadt überhaupt nicht beworben wurde. Auch CDU-Fraktionssprecher Patrick Schmitt betonte, dass das Bürgerservicecenter eine längere Zeit zum Etablieren bräuchte. "Außerdem geht es auch darum, die Infrastruktur im Ort zu erhalten", so der Sprecher. Auch sein SPD-Pendant Swen Sauer sprach sich dafür aus, den Service mindestens weitere sechs Monate zu testen. "Man sollte auch verstärkt darauf hinweisen, dass eine mobile Nutzung möglich ist", so Swen Sauer.