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Orgelnacht in der Hildegardkirche inSt. Ingbert mit Jörg Abbing

Hildegardskirche : Orgelnacht zu den Sinfonien von Widor

Jörg Abbing und Christian von Blohn spielen am Samstagabend in der Kirche St. Hildegard in St. Ingbert.

Am Samstag, 3. August, um 21 Uhr findet eine Orgelnacht in der St. Ingberter Hildegardkirche statt. Professor Jörg Abbing und Dekanatskantor Christian von Blohn präsentieren einen Querschnitt aus den zehn Orgelsinfonien von Charles-Marie Widor (1844-1937), dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 175. Male jährt. Das Konzert beginnt um 21 Uhr und dauert bis gegen 24 Uhr. Für das leibliche Wohl der Zuhörer in der Pause ist gesorgt.

Widor erhielt bereits ab dem vierten Lebensjahr von seinem Vater, der als Komponist, Orgellehrer und Titularorganist an Saint-François-de-Sales in Lyon wirkte, den ersten Orgelunterricht und besuchte das humanistische Collège des Jésuites. Schon während der Schulzeit spielte Widor die Orgel in den Schulgottesdiensten in der Kapelle des Collège. Père Cavaillé-Coll, ein enger Freund der Familie Widor erkannte das Talent von Charles-Marie sehr früh und sorgte dafür, dass dieser sein Orgelstudium in Brüssel bei Jacques Nicolas Lemmens von 1862 bis 1863 fortsetzte. Zusätzlich wurde er von François-Joseph Fétis in Komposition unterrichtet.

1860 wurde er Organist an St. François in Lyon, neun Jahre später erhielt er einen zunächst nur provisorischen Jahresvertrag als Nachfolger von Louis Lefébure-Wély an der prächtigen Cavillé-Coll-Orgel von Saint-Sulpice in Paris, die er 64 Jahre lange spielen sollte, allerdings nur als provisorischer Organist, er erhielt nie eine Festanstellung. In den 1870er Jahren setzte eine rege Kompositionstätigkeit ein. Zu seinen Kompositionen gehören zahlreiche Orgelwerke, Messen, Opern, Ballette, Vokalmusik, Kammermusik und auch Klavierkonzerte. Am bekanntesten sind seine zehn Orgelsinfonien, die auch heute noch regelmäßig gespielt werden.

Die ersten vier Sinfonien Widors (op. 13/1-4) sind Cavaillé-Coll gewidmet und erschienen im Jahr 1872. In den Sinfonien op. 42 (erschienen 1879/1887) zeigt Widor sich auf dem Höhepunkt seiner Meisterschaft. Sie zeichnen sich durch großartige Klangwirkungen und raffinierte Satztechniken aus. Hiervon ist die fünfte wegen der Schlusstoccata wohl die bekannteste. Einen neuen Weg schlägt der reife Widor mit der Symphonie gothique op. 70 (1894) und der Symphonie romane op. 73 (1899) ein, die stilistisch bereits auf seinen Schüler Tournemire verweisen.

Der Eintritt kostet zehn (ermäßigt acht) Euro.