Ohne Probe in die Vollen

Sie stimmen sich vorher nicht auf sich ein, sondern starten gleich gemeinsam ins Konzert: Am 24. April rocken über zwanzig Musiker gemeinsam über die Bühne der Stadthalle von St. Ingbert, und zwar so, wie es ihnen gerade in den Sinn kommt.

St. Ingbert. Nach dem großen Erfolg von 2011 geben die Musikerinnen und Musiker der "Schmidd-Benefiz-Jam-Session" wieder ein großes Abschlusskonzert in der St. Ingberter Stadthalle. Bereits über zwanzig Künstler aus der gesamten Region haben für Dienstag, 24. April, ihr Kommen zugesagt. Gemeinsam werden sie ab 20 Uhr für die gute Sache rocken. Von dem Erlös werden neue Spielgeräte für die Kinder des Kindergartens St. Hildegard angeschafft. Regelmäßig alle zwei Monate treffen sich Musikerinnen und Musiker aus der gesamten Region zur "Rock-Pop-Soul Jam-Session" in der Musikkneipe "Die Schmidd". Bei den Jam-Sessions spielen die Künstler ohne Gage, jedoch wird per Hutsammlung für einen guten Zweck gesammelt. Im vergangenen Jahr kamen so 3000 Euro zusammen für das Ronald-McDonald-Haus in Homburg.Dieses Ergebnis wollen die Organisatoren der Jam-Session, Elmar Federkeil, Georg Dusemond und der ehemalige Wirt der Schmidd, Roland Jene, mit dem Konzert am 24. April in der St. Ingberter Stadthalle noch einmal toppen. Dabei zählen sie, wie auch bei den Sessions in der Schmidd, nicht auf ein Eintrittsgeld, denn der Eintritt ist immer frei, sondern auf die Spendenbereitschaft des Publikums. "Wir waren alle erstaunt, was unsere Gäste freiwillig in den Hut geben, den wir immer rundgehen lassen", äußert sich Roland Jene über den großen Spendenerfolg bei den Jam-Sessions. Eigentlich verwundert dies kaum. In der Vergangenheit waren die Konzerte nicht nur ein künstlerischer Genuss, sondern sorgten auch immer für mitreißende Stimmung in der Musikkneipe "Die Schmidd".

Das Besondere an den Jam-Sessions ist, dass sich Musiker zu einem ungeprobten Konzert zusammenfinden, die sonst nicht in einer Formation auftreten. So klingen viele Klassiker, die gespielt werden, jedes Mal auch wieder ein wenig anders und begeistern die Gäste immer wieder von neuem.

Die Entscheidung, dass die Spenden in diesem Jahr an die Kinder von St. Hildegard gehen, wurde sehr spontan auf der ersten Jam-Session getroffen. Nur wenige Tage zuvor machte der notwendig gewordene Abriss der maroden Spielgeräte in der Außenanlage des Kindergartens Schlagzeilen. Auch wenn der Abriss im Mai 2011 kostengünstig realisiert werden konnte, fehlt bis heute das Geld, den Kindern wieder einen vernünftigen Außenspielplatz herrichten zu können. Die Leiterin der Kindertagesstätte, Bärbel Brill, freut sich daher sehr über das selbstlose Engagement der Musiker: "Wir haben zwar gemeinsam mit Kindern und Eltern schon einiges an Spenden einsammeln können, doch für einen neuen Spielplatz reicht dies noch nicht". Nach vorsichtigen Schätzungen werden rund 30 000 Euro für neue Geräte benötigt.

"Für ein solches Projekt opfern wir gerne einen Teil unserer Freizeit, und umso mehr freuen wir uns, dass uns unser Publikum so toll dabei unterstützt", freut sich Mitorganisator Elmar Federkeil auf die Abschluss-Benefiz-Jam-Session 2012. "Wir wollen das tolle Ergebnis von 2011 noch steigern und hoffen, dass noch mehr als die 400 Gäste vom Vorjahr in die Stadthalle kommen", hofft Georg Dusemond. red

Der Eintritt zu dem Benefiz-Konzert ist frei. Die Musiker freuen sich aber über jede Spende, die eingesammelt wird. Der Einlass ist um 19 Uhr, Beginn ist um 20 Uhr in der St. Ingberter Stadthalle.