Ölpressen und Öfen für den Senegal

Ölpressen und Öfen für den Senegal

St. Ingbert. Schwerpunkt des Tätigkeitsberichtes, den der Vorstand des Vereins "Freundschaft St. Ingbert-N'Diaganiao/Senegal" in seiner ersten Mitgliederversammlung im neuen Jahr vorlegte, war die Unterstützung der Fraueninitiative GPF (Groupement pour la Promotion des Femmes) in N'Diaganiao

St. Ingbert. Schwerpunkt des Tätigkeitsberichtes, den der Vorstand des Vereins "Freundschaft St. Ingbert-N'Diaganiao/Senegal" in seiner ersten Mitgliederversammlung im neuen Jahr vorlegte, war die Unterstützung der Fraueninitiative GPF (Groupement pour la Promotion des Femmes) in N'Diaganiao. In dieser Gruppierung sind etwa 2000 Frauen der senegalesischen Partnergemeinde der Stadt St. Ingbert organisiert.

In den vergangenen drei Jahren wurde dank der Hilfe des Vereins und seines Saint-Herblainer Partnervereins eine Reihe von Projekten verwirklicht, die von den Frauen dieser Vereinigung angeregt worden waren. Das umfassendste Projekt war dabei die Einrichtung eines Zentrums zur Weiterverarbeitung von Getreide. Zwei Saatgutlager, das Gebäude und die Maschinen für die Verarbeitung - Mühlen, Schälmaschinen, Ölpressen - wurden mit finanziellen Zuwendungen aus St. Ingbert und Saint-Herblain finanziert. Neben Hirse wichtigstes Ausgangsmaterial sind vor Ort geerntete Erdnüsse, aus denen eine Paste produziert wird, die wiederum zu Öl weiterverarbeitet wird. Das so gewonnene Erdnussöl verkaufen die Frauen auf dem Markt, aus dem Verkaufserlös wird neues Saatgut angeschafft. Um dieses Projekt abzuschließen und den Frauen ihre Arbeit weiter zu erleichtern, sollen in diesem und im nächsten Jahr Dreschmaschinen angeschafft werden.

Zwei weitere Projekte, die 2011 und 2012 begonnen wurden, sollen ebenfalls in den kommenden beiden Jahren fortgeführt werden: Ende 2010 waren bei einem Brand, verursacht durch eine offene Feuerstelle, eine Frau und zwei Kinder ums Leben gekommen. Als Konsequenz aus diesem schlimmen Unfall entstand die Idee, alle Haushalte in N'Diaganiao mit geschlossenen Öfen zum Kochen und zumindest einer batteriegetriebenen Lampe zu versorgen. Benötigt werden etwa 1500 Öfen, die von Handwerkern in N'Diaganiao selbst gefertigt werden. Finanziert und ausgeliefert sind bis jetzt rund 600.

Auch im Bereich Gesundheit ist die GPF aktiv geworden, indem sie eine Aktion zur Mehrfachimpfung für Kleinkinder und Impfungen für deren Mütter initiierte. 2012 wurden so in einer ersten Runde etwa 500 Mütter und 700 Kinder behandelt. Auch diese Aktion muss in den nächsten Jahren weitergeführt werden.

Für das Jahr 2013 hat sich die Mitgliederversammlung darüber hinaus ein weiteres Projekt vorgenommen: Die Schulen in N'Diaganiao befinden sich teilweise in einem prekären Zustand; insbesondere fehlt es an Tischen und Stühlen für die einzelnen Klassenzimmer; in vielen Fällen müssen sich vier Kinder einen Tisch und zwei Stühle teilen. Aus diesem Grund möchte der Verein Schulen und Firmen in St. Ingbert ansprechen - mit der Bitte, bei der Finanzierung von Schulmöbeln mitzuhelfen.

Das neu errichtete Zentrum für die Verarbeitung von Erdnüssen.

Mit der Umsetzung des Projektes "Schulmöbel" wurde der neue Vorstand beauftragt, der von der Mitgliederversammlung gewählt wurde: Die bisherigen Mitglieder des Vorstandes (Vorsitzender Walter Klicker, stellvertretender Vorsitzender Francis Martin; Kathrin Lorscheider: Schriftführerin, Ludwig Thiel: Kassierer) wurden in ihren Ämtern jeweils einstimmig bestätigt. Als Besitzer wurden gewählt: Jürgen Bost, Christel Brandenburg, Hans Brengel, Eva Buchheit, Karin Eisfeld, Monika Herberhold, Karin Lefebre-Wagner, Dieter Meissner, Pascal Rambaud, Gerda Schaal und Siegfried Thiel. Auch die Stadtratsfraktionen sind im Vorstand vertreten. red

Mehr von Saarbrücker Zeitung