Ökumenische Sozialstation zeigt ihr neues Gesicht

Ökumenische Sozialstation zeigt ihr neues Gesicht

St. Ingbert. Die Ökumenische Sozialstation St. Ingbert-Blies- und Mandelbachtal befindet sich im Wandel - das ist nicht zu übersehen. Während im Stammhaus an der Kirchengasse Nummer sieben mit Hochdruck am barrierefreien Umbau gearbeitet wird, hat der Vorstand um Anton Hans ein neues Betreuungsangebot ausgetüftelt. Das ließen sich jetzt Mitglieder der St

St. Ingbert. Die Ökumenische Sozialstation St. Ingbert-Blies- und Mandelbachtal befindet sich im Wandel - das ist nicht zu übersehen. Während im Stammhaus an der Kirchengasse Nummer sieben mit Hochdruck am barrierefreien Umbau gearbeitet wird, hat der Vorstand um Anton Hans ein neues Betreuungsangebot ausgetüftelt. Das ließen sich jetzt Mitglieder der St. Ingberter CDU-Stadtratsfraktion und des Ortsverbandes Hassel erklären.Niedrigschwellige Betreuung lautet hier das Stichwort. Die Mitarbeiter der Sozialstation werden künftig in der Lage sein, pflegebedürftige Gäste morgens an die Kirchengasse zu holen, sie tagsüber zu versorgen und zu beschäftigen und sie nachmittags wieder in die Obhut ihrer pflegenden Angehörigen zu geben. "Um sie wollen wir uns verstärkt kümmern, deshalb bauen wir um", referierte Anton Hans und nannte ein Beispiel: "Warum soll jemand, der einen Angehörigen pflegt, nicht mehr die Zeit haben, um auf ein Eis in unsere schöne Innenstadt zu gehen? In dieser Zeit kann er dann den zu Pflegenden zu uns bringen."

Auch die pflegebedürftigen Gäste sollen von der Innenstadtnähe profitieren. Sicherstellen will die Sozialstation das erweiterte Angebot durch die Ausbildung neuer Mitarbeiter. Der Markt, das kam ebenfalls zur Sprache, gibt keine Pflegekräfte mehr her. Für Anton Hans ist das ein wichtiger Baustein: "Ein Unternehmen, das nicht ausbildet, glaubt auch nicht an seine Zukunft. Wir müssen deshalb die Energie des Jammerns in Energie der Leistung umwandeln." Und genau das tut die Sozialstation. Pflegedienstleiterin Gabriele Rupp bildet derzeit zwei Mitarbeiter zu Pflegedirektoren aus. Zwischen sieben und neun soll der Stundensatz liegen, Mitglieder des Krankenpflegevereins können mit einer Ermäßigung rechnen. Eine Bedingung zur Inanspruchnahme des Sozialstations-Angebotes ist die Mitgliedschaft im Krankenpflegeverein aber nicht, erfuhr CDU-Schatzmeisterin Christa Strobel auf Nachfrage. Reich wird die Sozialstation damit wohl auch nicht, aber das steht auf der Prioritätenliste ohnehin nicht an erster Stelle. "Wir wollen auch dort Leistung bringen, wo es für den privaten Anbieter nicht mehr Gewinn bringend ist", verdeutlichte Hans. Ziel sei zudem, das erwirtschaftete Geld auch wieder in St. Ingbert zu investieren, etwa wenn es darum geht, Fahrzeuge für die Mitarbeiter zu kaufen.

In einer anschließenden Diskussion klärten die Politiker offene Fragen. Michael Rinck, der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Hassel, warf das Stichwort Hospiz in die Runde, um zu erfahren, ob sich die Sozialstation damit derzeit beschäftigte. Hier sieht Anton Hans keine dringende Notwendigkeit - im Gegensatz zu einer Palliativstation. "Es gibt bislang nur zwei solcher Stationen im Saarland, eine in Saarbrücken und eine in Saarlouis. Eine dritte Station, etwa im Kreiskrankenhaus, wäre aus meiner Sicht notwendiger als ein Hospiz.'' Wann die neue Sozialstation ihre Pforten öffnet, steht derzeit noch in den Sternen. Verwaltungsleiter Franz-Georg Treitz teilte mit, dass derzeit neue Sanitäranlagen installiert werden, demnächst nehmen die Elektroinstallateure dann ihre Arbeit auf. Ursprünglich sollte Ende Juli alles fertig sein, doch daraus wird wohl nichts. "Wir rechnen fest damit, dass es noch in diesem Jahr klappt", sagte Anton Hans. obe