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Ökumenische Sozialstation feiert 40-jähriges Bestehen in St. Ingbert

40 Jahre Sozialstation : Pflege mit Hand, Herz und Verstand

Seit rund 40 Jahren gibt es die Ökumenische Sozialstation. Ein Gespräch rund um das mittelständische Unternehmen.

Dieser Raum strahlt Wärme aus. Herbstlich dekoriert ist der lange Tisch, das Tageslicht weicht gerade einem schön-schummerigen Abend. Ansprechend auch die restliche Deko, die die Wände ziert. Wir sind zu Gast bei der Ökumenischen Sozialstation (ÖS) – zum Gespräch in der Tagespflege-Einrichtung, nur wenige Meter neben der Alten Kirche in der St. Ingberter Fußgängerzone. Hier erfahren wir Erstaunliches rund um das breit aufgestellte mittelständische Unternehmen, das aktuell mehr als 400 Patienten im gesamten Bliesgau in seiner pflegerischen Obhut hat. Und wir erfahren viel über die Menschen, die hier tätig sind.

Beispielsweise über Stefan Zintel. Der heute 30-Jährige hatte eigentlich mal vor, nach zwei Studiengängen am Umwelt-Campus Birkenfeld (Bioverfahrenstechnik Umwelt/Wirtschaftsingenieurwesen Umweltplanung) in dieser Richtung beruflich voranzuschreiten. Das änderte sich kolossal, als er vor drei Jahren ehrenamtlich bei der Sozialstation zu arbeiten begann. Da wusste er: „Das ist mein Ding.“ Und nun ist der St. Ingberter in der Ausbildung zum Altenpfleger – bereits im zweiten Lehrjahr. Und es könnte ihm besser nicht gehen. Zum Gespräch mit unserer Zeitung konnte er kurzfristig leider nicht erscheinen, aber seine Mitstreiterinnen bestätigen unisono, dass er sich wohlfühlt, weil er die richtige Wahl getroffen hat.

Männer in diesem Beruf sind sehr selten, erzählt Erwin Lück, der stellvertretende Vorsitzende des ÖS-Fördervereins. Dieser Verein ist quasi die „Mutter“ der Sozialstation. Zwei Mitarbeiterinnen haben den Mann aus Blieskastel zum Gespräch mit unserer Zeitung begleitet: Elena Zeiger (30) aus St. Ingbert, gelernte Altenpflegerin, die es von der Praktikantin zur Praxisanleiterin geschafft hat. Und Beate Bauer (48) stellvertretende Pflegedienstleiterin, ebenfalls aus St. Ingbert und seit über 25 Jahren bei ihrem Arbeitgeber beschäftigt. Sie ist eines der bekanntesten Gesichter der Sozialstation, „Schwester Beate“, die einst als Krankenschwester in Homburg begann, ist eine Institution, wie wir erfahren.

Alle drei Mitarbeiter und ihre Kollegen eint die berufliche Hingabe in Hinblick auf die ihnen anvertrauten Menschen. Man sei in vielen – auch in sehr persönlichen Angelegenheiten – Ansprechpartner und Vertrauensperson. Man lebe quasi miteinander, man kenne die Familiengeschichten. Es komme auch vor, so Beate Bauer, dass man schon die Eltern der heutigen Senioren gepflegt hat, und so werde man „direkt schon mal ins Herz geschlossen“. Erwin Lück ergänzt: „Die Beschäftigten mit teilweise sehr langer Betriebszugehörigkeit leisten gleichbleibend eine hervorragende Arbeit und erfreuen sich bei ihren Patientinnen und Patienten großer Beliebtheit.“ In diesem Zusammenhang erwähnt er auch, dass der Medizinische Dienst des Saarlandes jährlich die Pflegeeinrichtungen überprüft. Im vergangenen Jahr sei die Note 1,4 vergeben worden, „ein mehr als zufriedenstellendes Ergebnis, das auch in der Vergangenheit gleichgelagert war“.

Unsere Zeitung erfährt überdies, dass jährlich mehrere Altenpfleger/innen ausgebildet werden, „so viele wie wir nur bekommen können“, sagt der 2. Vorsitzende des Fördervereins. Momentan sind dies sechs Azubis. Die Übernahme in ein anschließendes Arbeitsverhältnis erfolge in aller Regel. Weitestgehend werde auch dem Wunsch innerhalb der Belegschaft auf Teilzeit entsprochen. Dies ermögliche in hohem Maß die Vereinbarung von Familie und Beruf und darüber hinaus „die optimierte Vorhaltung von Personal, die den ständig sich ändernden zeitlichen Anforderungen entspricht.“ Beispielsweise wenn Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt sofort versorgt werden müssen.

Im kommenden Jahr feiert die Sozialstation ihr 40-jähriges Bestehen. Wobei man derzeit aus den allseits bekannten Gründen noch gar nicht weiß, wie sich die Feierlichkeiten gestalten werden. Des Weiteren wird in Kürze die Sozialstation in der Barockstadt Blieskastel neue Räume an der Schlosskirche beziehen. Die Einweihung findet am 26. Oktober statt. Auch das ist ein Grund zur Freude für das Team, das „seine“ Senioren hegt und pflegt. Damit die betagten Menschen noch lange zu Hause ihren Lebensabend verbringen können.