Ökumenische Komposition

Rentrisch. Sicher hätte das Konzert des Musikvereins Rentrisch und der Chorgemeinschaft Heilige Familie Rentrisch und St. Ursula Scheidt am vergangenen Sonntag in der Pfarrkirche noch besser besucht sein können, aber alle Beteiligten und die Besucher waren mehr als zufrieden. Das betrifft sowohl die gezeigte Leistung als auch die Anzahl der Zuhörer

Rentrisch. Sicher hätte das Konzert des Musikvereins Rentrisch und der Chorgemeinschaft Heilige Familie Rentrisch und St. Ursula Scheidt am vergangenen Sonntag in der Pfarrkirche noch besser besucht sein können, aber alle Beteiligten und die Besucher waren mehr als zufrieden. Das betrifft sowohl die gezeigte Leistung als auch die Anzahl der Zuhörer. Eine zu drei Vierteln besetzte Kirche konnte sich angesichts des parallel veranstalteten Feuerwehrfestes und des guten Wetters durchaus sehen lassen. Den Auftakt bildete das Bläserquintett, das seine Stücke von der Orgelempore ertönen ließ. Anschließend kam die "Missa Katharina" des 1959 in den Niederlanden geborenen Jacob de Haan zur Aufführung. Er gewann damit im Jahr 2007 den ersten Platz bei einem Kompositionswettbewerb, der von der Dr.-Dazert-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Musikbund und der Euregio via Salina ausgeschrieben wurde. Wer auf Grund des Alters des Komponisten ein modernes Stück vermutete, hörte am Sonntag ein klassisch anmutendes Werk. Sicher bestand die zu Gehör gebrachte Messe aus den klassischen Teilen des Messordinariums, Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus-Benedictus und Agnus Dei. Dazu traten ein festliches Alleluia und Amen sowie drei reine Instrumentalsätze; Präludium, Offertorium und Postludium. Doch die Idee, dieses Stück zu verschiedenen Gelegenheiten sowohl bei katholischen als auch evangelischen Gottesdiensten spielen zu können, passt in die heutige Zeit. Durch die Verwendung der in beiden Konfessionen gleichen lateinischen Urfassung der Ordinariumstexte sind gegebene Divergenzen in der jeweiligen deutschen Übersetzung der Glaubensrichtungen vermieden worden. Die Sopransoli sind für eine Sängerin vorgesehen, könnten aber notfalls auch vom Chorsopran ausgeführt werden. Mit der Solistin Maria Schleede wurde dem Wunsch des Komponisten entsprochen, was dem Stück durch ihren hellen Sopran eine gewisse Leichtigkeit verlieh. E-Mail als DankeschönMit einem Blumenstrauß, den alle Musiker und Sänger verdient hätten, wurde diese Leistung gewürdigt. Daniel Paul, der an diesem Abend Chor und Orchester dirigierte, bedankte sich noch am selben Abend bei den Akteuren mit einer E-Mail: "Ich finde, wenn die Rentrischer Fußballer einen Rasenplatz verdient haben, dann habt ihr euch heute Abend einen Konzertsaal verdient!" Dem würden bestimmt auch die Zuhörer in der Pfarrkirche zustimmen.