Öffnung des Radwegs zwischen Rohrbach und St. Ingbert

Radweg eröffnet : Fortan sichere Fahrt für Radler in Rohrbach

Nach jahrelangen Anstrengungen des Rohrbacher Ortsrates und des ADFC ist der Radweg zwischen Mühl- und Industriestraße fertig.

Die gestrige offizielle Öffnung des vom Ortsrat Rohrbach und dem ADFC geforderten Fahrrad-Verbindungsweges zwischen Mühl- und Industriestraße wäre auf den letzten Metern fast noch zum Politikum geworden. Mehrere Jahre hatten Radfahrer und verschiedene Gremien für diesen Durchgang, der auch Fußgängern zugute kommt, gestritten und gekämpft.

Zuerst hatte es geheißen, dass man den Durchgang gleichzeitig mit der Verbindungsstraße für den Autoverkehr schaffen wolle, doch bisher ist aus den Straßenbau-Plänen nichts geworden. Dann sollte abgewartet werden, bis der EVS seine Arbeiten abgeschlossen habe und alle Kanäle verlegt wurden, wie Oberbürgermeister Hans Wagner bei der Einweihung sagte. Doch auch diese Arbeiten sind seit zwei Jahren erledigt. Für den Ortsrat war unverständlich, warum es nicht unabhängig von allen genannten Gründen möglich sein sollte, den Radweg unbürokratisch zu öffnen.

Die Verwaltung führte Sicherheitsbedenken ins Feld. Kurz vor Beginn der diesjährigen Sommerferien, die Öffnung des Fahrradweges war in greifbare Nähe gerückt und eine Abgrenzung zum benachbarten Gewerbegrundstück bereits gestellt, waren die Wegepläne wieder ins Stocken geraten und Roland Weber wurde nicht nur ungeduldig, sondern laut. Anfang Juli war der immer noch nicht hergestellte Durchgang der Aufreger für den Ortsvorsteher: „Wir haben Ferien, das Wetter ist gut gemeldet und die Kinder können immer noch nicht gefahrlos ins Freibad fahren. Da bewegt sich einfach nichts.“

Als dann das Okay der Stadtverwaltung mit der Einladung zum Pressetermin am gestrigen Montag kam, schrieb Weber an Oberbürgermeister Hans Wagner, ob es möglich sei, den Radweg bereits vor diesem Datum freizugeben. Dieser schrieb aus dem Urlaub zurück, dass er selbst die Eröffnung anstelle seiner Stellvertreterin Nadine Müller vornehmen wolle und dass es ja jetzt wohl „auf die drei Tage mehr nicht mehr ankommt“. Weber kämpfte weiter, forderte genauso wie die Grünen im Stadtrat die sofortige Indienststellung des Weges und drohte an, gemeinsam mit dem Ortsrat der Einladung zu dessen Vorstellung nicht nachkommen zu wollen, falls es kein Einlenken gebe. Daraufhin sagte Wagner am Donnerstagabend zu, der Bevölkerung den Durchgang noch vor dem vergangenen Wochenende freizugeben – sehr zur Freude aller Rohrbacher. Wagner und Weber sah man also am Montag gemeinsam zufrieden und erleichtert in die Kameras lächeln. Beide verband Genugtuung darüber, dass es nun endlich vollbracht war, und dankten den Ausführenden. Der Oberbürgermeister bedankte sich vor allem bei Roland Weber für dessen Hartnäckigkeit. „Schon zu meiner Zeit als Ortsvorsteher war der Radweg ein Thema“, sagte Wagner und erwähnte, dass man bei einer ersten Kostenschätzung zur Anlage des Radweges noch von 120 000 Euro ausgegangen war. Eine Summe, die auch er nicht habe nachvollziehen können.

Radfahrer können nun die gefährliche Kaiserstraße umgehen. Die Abkürzung wird seit vergangener Woche rege genutzt. Foto: Cornelia Jung

Die Markierungsarbeiten seien nun vom Bauhof ausgeführt und der Bauzaun wegen der Kostenminimierung auch nur temporär aufgestellt worden. Wie Wagner sagte, hoffe er, dass die Straße auch nicht mehr lange auf sich warten lasse. Dann käme der provisorische Zaun sowieso weg. „Mit 18 000 Euro sind wir jetzt durch. Ein Betrag, den man akzeptieren kann“, so das Stadtoberhaupt. Und er schob hinterher: „Manchmal ist es nicht zu erklären, warum solche Dinge so lange dauern.“ Nun sei das Durchqueren Rohrbachs vor allem für Kinder gefahrloser möglich. Das machte auch Ortsvorsteher Roland Weber froh, der noch darum bat, die Beschilderung entsprechend anzupassen. 

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