150 Jahr MGV Sangesfreunde: Oberwürzbachs ältester Verein feiert

150 Jahr MGV Sangesfreunde : Oberwürzbachs ältester Verein feiert

Zum 150. Geburtstag der Sangesfreunde kamen Chöre aus nah und fern, um dem Jubelchor zu gratulieren und ein Ständchen zu bringen.

Die Oberwürzbachhalle war anlässlich des Kommers zum 150. Geburtstag des MGV Sangesfreunde 1868 am vergangenen Samstag mehr als nur gut gefüllt. Zu singen bedeutet eben nicht nur, den Zuhörern Freude zu bereiten, sondern sich dadurch auch viele Freunde zu machen. Vier befreundete Chöre vom Taunus bis nach Frankreich und die heimische Orchestergemeinschaft „Musik verbindet“ unterstützten die Sänger bei der abwechslungsreichen Gestaltung des Abends.

„Ohne deren Hilfe hätten die doch schon älteren Sangesfreunde das Programm nicht gestalten können“, sagte Sangesfreund Thomas Krapp bei der Begrüßung. Marianne Hurth, Präsidentin des Saarländischen Chorverbandes, würdigte die Leistungen der singenden Männer. Wenn sich auf dem Zeugnis eines Arbeitnehmers die Beurteilung „er habe sich stets bemüht“ finde, dann sei das eine eher schlechte Bewertung. Ganz anders sähe das bei einem Chor aus. „Wenn ein Vorstand es immer wieder schafft, seine Sänger zusammenzuhalten, gute Chorleiter zu finden und Krisen zu überstehen, dann hat er sich stets Mühe gegeben und sich in der Regel unermüdlich für den Chor eingesetzt“, so die Schirmherrin der Veranstaltung, „und so darf man davon ausgehen, dass trotz vieler Misserfolge das Ziel, in diesem Falle die Erhaltung Ihres Chores, erreicht wurde.“

Marianne Hurth wünschte den Sängern, dass es ihnen auch in Zukunft gelingen möge, tragfähige Ideen zu haben, Wege zu finden, den Chor lebendig und ansprechend zu halten und die Gratwanderung zwischen Tradition und Veränderung zu meistern.

Der Oberwürzbacher Männergesangverein sei ein vorbildlicher Verein innerhalb des Kreischorverbandes St. Ingbert, bescheinigte ihm dessen Vorsitzender. „Die Sangesfreunde waren immer da, wenn wir sie gerufen haben“, lobte Werner Zeitz. Das war ein Satz, der auch jedem Zeugnis gut zu Gesicht gestanden hätte. Singen – das sei Lebensfreude, Leidenschaft und das miteinander harmonieren, definierte Staatssekretär Ulli Meyer in seinem Grußwort. „150 Jahre MGV sind demnach auch 150 Jahre saarländische Lebensfreude“, so Meyer, „Danke dafür.“

Es sei nicht einfach nur ein Jubiläum, hieß es von Seiten der Ortsvorsteherin. „Für Oberwürzbach ist es ein Stück Heimat, Geschichte und Identität. Die Sänger sind tief verwurzelt in unserer Gemeinschaft. Sie leben eine Tradition, die wir hoffentlich noch sehr lange genießen dürfen“, so Lydia Schaar, „wir sind stolz auf den MGV und froh, dass wir ihn haben.“ Dessen Mitglieder seien so hilfsbereit, „dass sie ihre Hilfe schneller zusagen, als man fragen kann“. Everard Sigal, seit 38 Jahren Dirigent der singenden Oberwürzbacher, mache Mut, denn er habe zu ihr gesagt, dass es noch viele Veranstaltungen mit dem Verein geben werde.

Als ältester Oberwürzbacher Verein stehe er für Kontinuität und Zuverlässigkeit, aber auch für den Spaß am Singen. Seit mehr als 50 Jahren verbindet die Sänger eine „beispielhafte Freundschaft“ mit der Sängervereinigung Alemania-Concordia 1874 Ruppertshain im Taunus, die beim Kommers zum Gratulieren und natürlich Singen gekommen waren.

„Liebe Freunde, der Saal ist voll, das habt ihr euch verdient“, hieß es von Seiten der hessischen Sänger-Kollegen. Die Freundschaft reiche so weit, dass man sich regelmäßig besuche, miteinander feiere und es Mitglieder gebe, die in den jeweils anderen Verein eingetreten seien.

Es wurden an jenem Jubiläumsabend jedoch nicht nur Loblieder auf den MGV angestimmt, sondern natürlich auch gesungen und musiziert.