OB-Wahl in St. Ingbert mit Hans Wagner, Ulli Meyer und Sven Meier

Wahl in St. Ingbert : Trio im Rennen um Oberbürgermeister-Posten in St. Ingbert

Gegen den parteilosen Amtsinhaber Hans Wagner treten Finanzstaatssekretär Ulli Meyer (CDU) und der SPD-Politiker Sven Meier an.

Drei Kandidaten bewerben sich am 26. Mai um das Oberbürgermeister-Amt in St. Ingbert. Neben Amtsinhaber Hans Wagner (parteilos) stellen sich auch Honorarprofessor und CIO Ulli Meyer (CDU) und Sven Meier (SPD) dem Votum der rund 29 800 Wahlberechtigten in der Mittelstadt. Der Ausgang der OB-Wahl scheint dabei offen zu sein. Viele Bürger verbinden mit der Direktwahl aber die Hoffnung, dass sich die „St. Ingberter Verhältnisse“ beruhigen, die in der Vergangenheit auch landesweit für Schlagzeilen sorgten. Seit der Kommunalwahl 2014 befanden sich OB Hans Wagner und eine Stadtratsmehrheit aus CDU, Familien-Partei und Grünen in einem Dauerclinch. Höhepunkt der Streitigkeiten war vor knapp zwei Jahren die Androhung des Innenministeriums, dem St. Ingberter Rathauschef einen sogenannten Staatskommissar vor die Nase zu setzen, weil er mehrere Stadtratsbeschlüsse nicht umsetzte.

St. Ingberts Oberbürgermeister Hans Wagner (parteilos). Foto: Michael Haßdenteufel/Stadt St. Ingbert/Michael Haßdenteufel

Hans Wagner (61) ist aufgrund seines Amtsbonus’ optimistisch, eine Wiederwahl zu erreichen. Unter dem Motto „Erfolg braucht Erfahrung“ verweist das parteilose Stadtoberhaupt auf die Bilanz seiner Amtszeit. Die Mittelstadt sei ein „florierender Wirtschaftsstandort“, an dem seit 2012 über 2000 Arbeitsplätze geschaffen worden seien. Auch in der vergleichsweise guten finanziellen Lage der Mittelstadt („Ein Vorbild im Saarland“) sieht der Amtsinhaber ein besonderes Pfund. Unterstützt wird Wagner, der sich selbst als „Verwaltungsunternehmer“ und „Anwalt der Bürger“ beschreibt, von den im Stadtrat vertretenen Unabhängigen und den Freien Wählern St. Ingbert, die neu für den Stadtrat kandidieren.

Saarlands Finanz-Staatssekretär Professor Ulli Meyer (CDU). Foto: Lutz Markus/Lutz;Markus

Aussichtsreichster Herausforderer im Kampf um das St. Ingberter OB-Amt ist wohl Ulli Meyer (45). Der CDU-Politiker ist dabei in der Mittelstadt weniger als Staatssekretär im saarländischen Finanzministerium bekannt, sondern als Ortsvorsteher von St. Ingbert-Mitte. Diese Funktion übt der Jurist bereits seit zehn Jahren aus. Meyer beschreibt das Wirken für seine Heimatstadt als Herzensangelegenheit und betont die Absicht, nach seiner Wahl „viele in der Stadt nur begonnene Projekte“ fertig zu stellen. Unter dem Motto „Zusammen.Arbeiten“ will Meyer auch das Image und Selbstwertgefühl in St. Ingbert verbessern. Mit den Worten „Es geht nichts voran und es fehlt an Einigkeit und Zusammenarbeit“, grenzt er sich auch vom Amtsinhaber ab. Meyer wird in seiner Kandidatur neben der CDU auch von der FDP und der Bürgerliste „Wir für St. Ingbert“ unterstützt.

Sven Meier, der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion und OB-Kandidat in St. Ingbert. Foto: S. Brenner

Eher eine Außenseiterrolle spielt Sven Meier (54). Der Vorsitzende der Stadtratsfraktion und des Stadtverbandes der SPD in St. Ingbert setzt im Wahlkampf unter dem Motto „Modern, sicher, sozial“ betont auf Sachlichkeit. Er fordert bessere  Vereinbarkeit von Familie und Beruf, mehr bezahlbaren Wohnraum und Gewerbeflächen, die Stärkung des Kulturlebens und verspricht eine bessere Kommunikation zwischen OB und Stadtrat. Sven Meier hatte im Übrigen bereits 2011 für das Oberbürgermeisteramt kandidiert. Damals verpasste er allerdings hauchdünn die Stichwahl, in der Hans Wagner dann gegen Georg Jung (CDU) gewonnen hatte.

Eine Kontroverse unter den OB-Kandidaten entbrannte im Wahlkampf um den Umgang mit der AfD. Während Hans Wagner deren Vertreter zu einem Austausch im St. Ingberter Rathaus empfing, lehnen Ulli Meyer und Sven Meier eine solche Aufwertung der AfD, die erstmals für den St. Ingberter Stadtrat kandidiert, grundsätzlich ab.

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