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St. Ingbert: OB-Kandidaten standen Rede und Antwort

St. Ingbert : OB-Kandidaten standen Rede und Antwort

Der Verein Handel & Gewerbe lud seine Mitglieder zu einer Podiumsdiskussion mit Hans Wagner, Sven Meier und Ulli Meyer ein.

Auf Einladung des Vereins Handel & Gewerbe kamen die drei Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl im Sudhaus erstmals auf einem Podium zusammen. „Ich denke, wir werden in den nächsten Monaten noch interessante Diskussionen haben und freuen uns, dass wir dafür mit H&G den Auftakt machen können“, begüßte dessen Vorsitzender Nico Ganster rund 20 Prozent der Vereinsmitglieder. Der amtierende OB Hans Wagner und seine Herausforderer Sven Meier (SPD) und Ulli Meyer (CDU) wirkten entspannt und kamen auch miteinander ins Gespräch. Zuvor hatten die drei Lokalpolitiker die Möglichkeit, sich mit einigen zentralen Fragen, die den Verein beschäftigten, auseinanderzusetzen und in einer Viertelstunde ihren jeweiligen Standpunkt zu den unterschiedlichsten Themen darzulegen.

Für den derzeitigen OB, der vor seiner Amtszeit die eigene Firma leitete, habe es oberste Priorität, die Stadt wie ein Unternehmen zu leiten – wirtschaftlich und sinnvoll. „Unternehmer sind die besseren OB“, so seine Meinung. Es gelte, den Dienstleistungsgedanken auch in der Verwaltung umzusetzen. St. Ingbert müsse als Biosphärenstadt noch besser vermarktet und die Menschen neugierig auf diese Stadt gemacht werden. Richtung Stadtrat wünsche er sich, dass auch dort „das wirtschaftliche Handeln im Vordergrund steht und keine Verhinderungsstrategie“. Investoren müssten gelockt und nicht wie beim Ratskeller verprellt werden. In einem Jahrzehnt werde St.Ingbert mit ihm als OB noch lebendiger sein, mit einer ausgewogenen Alters- und einer attraktiven Infrastruktur, Lärmprobleme wären gelöst, der ÖPNV kostenlos, die Baumwollspinnerei ohne Mehrkosten fertiggestellt, das neue Lehrschwimmbecken am „blau“ fertig und die alte TT-Halle wäre ein Indoor-Fußballplatz. Unter Wagners Leitung werde St. Ingbert in Zukunft „voller Leben und pulsierend“ sein.

Sein Mitbewerber um den OB-Posten, Sven Meier, möchte sich für eine gut funktionierende Innenstadt einsetzen, in der gleichgeschaltete Öffnungszeiten der Geschäfte, Marketing und die Gestaltung der Fußgängerzone Schritt für Schritt umgesetzt werden sollen. Dafür müsse auch der Ingo-Busverkehr verstärkt werden. Er zeichnete das Bild von einem autonom fahrenden Shuttle-Bus zwischen Schüren und Sengscheid. Unter seiner Führung würde weiter an einem guten Branchenmix gearbeitet, was nur mit der Ausweisung weiterer Gewerbeflächen funktioniere. Außerdem macht sich Meier für einen Ausbau der Stadt als Gesundheitsstandort stark. In kultureller Hinsicht gelte es die jetzigen Veranstaltungen zu halten und weitere kulturelle Höhepunkte wie die Spinnerei mit der Albert Weisgerber-Ausstellung zu schaffen. Dem aktuellen Merian-Sonderheft über das Saarland sei St. Ingbert leider nur eine Randnotiz wert. Das müsse sich ändern. Vor allem werde er sich für eine sachliche Politik in Verwaltung und Rat einsetzen.

Ähnlich sah es Ulli Meyer, der in seiner Heimatstadt ein, deren Entwicklung hemmendes Hauptproblem ausmachte, „eine Diskussionskultur, die ins Persönliche geht“. Hier müsse angesetzt und gegen gesteuert werden. Er sieht seine Lebensaufgabe darin, „unser St. Ingbert nach vorne zu bringen“. Der Schandfleck Thume-Eck würde mit ihm als Rathauschef zu einem attraktiven Einfallstor in die Stadt. Für ihn stehe im Vordergrund, „mit den Bürgern gemeinsam Zukunft zu schaffen“ und „zu versöhnen statt zu spalten“. Er sei für das City Commitment, das das Zeug dazu habe, ähnlich erfolgreich zu werden wie die Ingobertusmesse. Sowohl im Handel als auch bei der Koordinierung der Baustellen müsse im Vordergrund stehen, wie man den Ruf und das Ansehen der Stadt wieder nach vorn bringen könne. Man müsse sich vor allem um die Ansiedlung moderner Technologien kümmern, denn „St. Ingbert muss die heimliche IT-Hauptstadt des Saarlandes werden“. Um das zu schaffen, „heißt es auch Klinken putzen, in Saarbrücken und Berlin“, so Ortsvorsteher Ulli Meyer, der nun Oberbürgermeister werden will.

Alle drei würden sich im OB-Amt für die Zukunft des „Ratskeller“, mehr bezahlbaren Wohnraum, die Gegenläufigkeit der Kohlenstraße, Investitionen in Bildung und Spielplätze stark machen und hatten auch sonst ähnliche Vorstellungen von der Entwicklung der Stadt, die nur beim Thema Elstersteinpark und Baumwollspinnerei etwas auseinander gingen.