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OB Jung lässt viele Fragen zur Rundschau-Affäre weiter offen

OB Jung lässt viele Fragen zur Rundschau-Affäre weiter offen

St. Ingberts Oberbürgermeister Georg Jung hüllt sich in der Rundschau-Affäre nach einem stockenden Interview mit dem SR in Schweigen. Der künftige OB Wagner sagt, Jung habe ihm gegenüber Sonderzahlungen verteidigt.

St. Ingbert. Georg Jung schweigt in der Rundschau-Affäre. Der Oberbürgermeister der Stadt St. Ingbert wollte sich in der von der SZ enthüllten Geschichte um Sonderzahlungen an Pressesprecher Wilfried Trapp eigentlich in dieser Woche gegenüber unserer Zeitung äußern. Gestern Mittag verlautete dann aber aus der Pressestelle, die Stadtverwaltung könne angesichts eines laufenden Ermittlungsverfahrens derzeit keine Stellung nehmen. Damit bezieht sich das Rathaus auf Vorermittlungen, die die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Untreue eingeleitet hat (die SZ berichtete).Die Geschichte um anscheinend verschleierte Zahlungen an den Pressesprecher wird zunehmend auch zu einer Affäre Jung. Dass der Pressesprecher auch dann noch Honorarleistungen vom Rundschau-Herausgeber Westpfälzische Verlagsdruckerei erhalten hatte, als er Ende 2007 ins städtische Angestelltenverhältnis gewechselt war, haben sowohl der ehemalige wie auch der aktuelle WVD-Geschäftsführer bestätigt. Wie es zu einer Doppelzahlung für ein und dieselbe Aufgabe kommen konnte (laut WVD war das Honorar in den Abrechnungen mit dem Rathaus nicht eigens ausgewiesen), ist dagegen umstritten. Das Rathaus hatte vergangene Woche während einer Dienstreise des OB der Kenntnis um eine solche Zahlung nicht widersprochen, sondern als Extraleistung für Mehrarbeit deklariert. OB Jung hingegen hat am Montag gegenüber dem SR mit stockender Stimme geäußert, er habe "nichts angeordnet", er sei davon ausgegangen, die Sache habe sich nach der Anstellung "erledigt". Ein ahnungsloser Verwaltungschef also? Der künftige Nachfolger Jungs an der Verwaltungsspitze, Hans Wagner, sieht dies anders. Vergangenen Dienstag, also zwei Tage vor der ersten Veröffentlichung zur Rundschau-Affäre in der SZ, habe er sich in Sachen Amtsübergabe mit Jung zu einem Vier-Augen-Gespräch getroffen. Dabei sollen auch das Mitteilungsblatt und die Zahlungen an Trapp Diskussionsgegenstand gewesen sein, von denen Wagner gerüchteweise gehört hatte. OB Jung, erklärt Wagner, habe dabei ausgeführt, sein Pressesprecher arbeite fleißig und schaue nicht auf die Uhr. Das Geld stehe ihm deshalb zu. Wagner sagt, die Rundschau in der jetzigen Form müsse eingestellt werden. Wie bislang dürfe es nicht weitergehen. mbe