Neujahrsempfang mit rund 900 Gästen in der Stadthalle St. Ingbert

Kostenpflichtiger Inhalt: Das Jahr 2020 wird für St. Ingbert sehr spannend : Mit neuen Arbeitsplätzen geht’s in die Zukunft

Neujahrsempfang mit rund 900 Gästen in der Stadthalle St. Ingbert – mit Würdigung großen ehrenamtlichen Engagements.

Glück, Gesundheit, Gottes Segen – all die guten Wünsche vom neuen Oberbürgermeister Ulli Meyer und für jeden noch eine anständige Portion Dibbelabbes (mit Nachschlag): Rund 900 Gäste in der Stadthalle St. Ingbert fanden sich zum Neujahrsempfang mit Bergkapelle ein, zu dem die Stadt St. Ingbert sowie der Verein Handel und Gewerbe um dessen Vorsitzenden Nico Ganster eingeladen hatten. Meyer ließ keinen Zweifel daran, dass er im Wettlauf um die Ansiedlung von IT-Unternehmen alles daran setzen werde, seine Kommune mit an die Spitze zu führen. Mit dem ebenfalls in St. Ingbert wohnenden Michael Backes, Chef des Helmholtz-Zentrums für Informationssicherheit Cispa in Saarbrücken, der dem OB sehr freundschaftlich zugetan ist und der am Tag seines Geburtstages (42) ebenfalls im Saal zugegen war, könnte er ganz dicke Bretter bohren. Erneut sprach Meyer von einer „Jahrhundertchance“. Man sehe sich in der Lage, Cispa- Einrichtungen, aber auch Wohnmöglichkeiten für Studenten und Dozenten in der Stadt zu schaffen. Da bliebe viel Kaufkraft in der Mittelstadt hängen.

Applaus gab es von den Zuhörern im Saal, als der OB verkündete, „keinen ideologischen Kampf gegen das Auto“ führen zu wollen. Insofern gebe es auch „keine weiteren Parkgebühren in der Innenstadt“. Erstrebenswert sei die friedliche Koexistenz von Auto, Bus, Radfahrern und Fußgängern, meinte er sinngemäß.

Ministerpräsident Tobias Hans betonte in seiner Ansprache, dass er für OB Meyer ein verlässlicher Partner sein werde, damit dessen große Ziele auch in die Realität umgesetzt werden könnten. Der Unterstützung der Landesregierung jedenfalls könne er gewiss sein. In St. Ingbert, so Hans, verspüre man „Innovationsgeist“.

Was wiederum erste Erfolge des neuen Chefs im Rathaus angeht, so freute dieser sich, dass es gelungen sei, dank der guten Diskussionen mit den Fraktionsvorsitzenden, bis zu 200 neue Arbeitsplätze in St. Ingbert zu schaffen: mit der Erweiterung von abat+ und der Neuansiedlung von Daimler Protics im Innovationspark am Beckerturm. Beides sind namhafte Software-Häuser (ausführlicher Bericht folgt).

Seltenheitswert bei Neujahrsempfängen in Städten und Gemeinden hat wohl das, was Ulli Meyer rückblickend tat: Er lobte unumwunden seine Vorgänger, – als da sind Winfried Brandenburg, Georg Jung und Hans Wagner – für das, was sie jeweils geleistet haben, um St. Ingbert voranzubringen.

Nico Ganster wiederum ging darauf ein, dass der Verein Handel und Gewerbe nun gemeinsame Sache macht mit Akteuren der Aktionsgemeinschaft St. Ingbert mache. Im Übrigen erntete er Applaus für das glühende Bekenntnis zu seiner Heimatkommune. Zum guten Schluss kam zu Tobias Hans, Ulli Meyer und Nico Ganster eine stattliche Anzahl von Männern und Frauen auf die Bühne. Sie galt es in den Vordergrund zu rücken und ihren Einsatz in Hinblick auf die Nächstenliebe zu würdigen. Weil sie schon über Jahre in den insgesamt fünf Altenheimen und Pflegeeinrichtungen der Stadt für Gottes Lohn tätig sind – und das auf vielfältige Art und Weise. Im Übrigen gab es beim Neujahrsempfang 2020 erstmals keine persönliche, „handgeschüttelte“ Begrüßung des Gastgebers am Aufgang zur Halle. Und damit hat auch das Schlange stehen ausgedient. Vermisst hat dieses wohl kaum ein Mensch, sondern die eingesparte Zeit zu netten oder konstruktiven Gesprächen genutzt.

Ulli Meyer (5. von rechts),Ministerpräsident Tobias Hans (Mitte) und Nico Ganster (4. von links neben Hans) mit den ehrenamtlich tätigen Gästen. Foto: Cornelia Jung

Noch ein kleiner Ausblick am Rande: im Jahr 2024 wird die Mittelstadt St. Ingbert 50 Jahre alt. Bis dahin sind noch einige Hürden zu nehmen. Kleines Stichwort: Baumwollspinnerei.