Neuer Platz für die NaWis

Eine Wand musste weichen, jetzt ist er fertig: Am Wochenende hat die Schmelzerwaldschule St. Ingbert ihren neuen Raum für Naturwissenschaften seiner neuen Bestimmung übergeben. Hier soll fortan Physik, Chemie und Biologie unterrichtet werden. Die Materialien sind schon verstaut.

Es ist ein eher nüchterner Bau, der am Samstag in der Schmelzerwaldschule von Vertretern des Saarpfalz-Kreises und dem Lehrerkollegium mit großer Freude seiner Bestimmung und damit den Schülern übergeben wurde. Der neue Raum für Naturwissenschaften (NaWi), der von den Sommer- bis zu den Herbstferien des vergangenen Jahres im 3. Obergeschoss der Gemeinschaftsschule entstand, ist nicht nur eine Antwort auf die in den MINT-Fächern fehlenden Fachkräfte, sondern mit der in Höhe von 180 000 Euro vom Saarpfalz-Kreis getätigten Investition auch ein Zukunftssignal für die Schule, die in den vergangenen Monaten mit haltlosen Schließungsgerüchten zu kämpfen hatte. Aus zwei ehemaligen normalen Schulräumen sind nun 1,5 geworden, die es in sich haben. Eine Wand wurde herausgerissen, Wasser-, Abwasser-, Stromleitungen, Gasanschlüsse und EDV-Leitungen neu verlegt. Der NaWi-Raum ist an ein Lüftungssystem angeschlossen und hat durch einen kleineren Nebenraum auch ein Zimmer, in dem das Unterrichtsmaterial gelagert werden kann. Hier ein Bunsenbrenner, da ein Flaschenzug, im hinteren Schrank Modelle verschiedener Lebewesen, aber auch Schläuche und Reagenzgläser ließen am Tag der offenen Tür erkennen, welche Fächer hier künftig unterrichtet werden. Schulleiter Stefan Haus freute sich mit seinem Team über den Raum, in dem nun Schüler vielfältige Experimente in Chemie , Biologie oder auch Physik durchführen können: "Daran sieht man, dass wir eine Schule im Aufbruch und nicht im Abbruch sind." Für die Schule, die Ende der 70er Jahre gebaut wurde, wurde es Zeit, dass sie technisch aufgerüstet wurde, wie Gerhard Mörsch von der Kreisverwaltung bei der Einweihung sagte: "Wir haben das gern getan, weil es dringend notwendig war und wichtig für die Zukunft der Schule ist." Damit leiste man als Schulträger auch seinen Beitrag, dass die Schülerzahlen stabil bleiben, sagte seine Kollegin Yvonne Brocker, die als Bautechnikerin die komplette Bauleitung hatte. Nach 21 Jahren im Beruf war der rund 40 Quadratmeter große NaWi-Raum ihr erstes eigenes Projekt, das durchaus anspruchsvoll war. Das Dach musste geöffnet werden und das Anbringen der Lüftung war Millimeter-Arbeit, da dort auch eine großflächige Photovoltaikanlage verankert ist. Nach unten hin wurden bei zwei Klassensälen die Decken aufgemacht, um das Abwassersystem zu installieren. Die Herausforderung wurde gut gemeistert, auch weil "wir Super-Handwerker" hatten, wie die Bauverantwortliche sagte. Mit dem Ergebnis ist Yvonne Brocker zufrieden und die anwesenden Lehrer und Schüler waren es auch. Am Tag der offenen Tür wurden hier erste Experimente von den Schülern durchgeführt. Für die am Bau Beteiligten hatten die Schüler mit ihrer Chemielehrerin als Dankeschön Glückspfennige "vergoldet". Und mit ein bisschen Glück kann in der Schmelzerwaldschule schon bald der zweite NaWi-Saal seiner Bestimmung übergeben werden.