Neuer Physiksaal macht neugierig auf Wissenschaft

St. Ingbert. "Chemie ist's wenn es pufft und stinkt, Physik ist das, was nie gelingt", wer kennt nicht den Spruch aus seiner Schulzeit

St. Ingbert. "Chemie ist's wenn es pufft und stinkt, Physik ist das, was nie gelingt", wer kennt nicht den Spruch aus seiner Schulzeit. Doch beim Physikunterricht in der Albertus-Magnus-Realschule (AMR) sollte dieser Satz der Vergangenheit angehören, denn aus einem Physikraum mit hörsaalähnlichem Charakter ist ein freundlicher Klassensaal geworden, in dem jede Menge Versuche durchgeführt werden können. Am Dienstag wurde er eingeweiht und die vielen geladenen Gäste, von den Schülern und Lehrern über die Elternvertretung bis hin zu Sponsoren, Förderern sowie den beteiligten Handwerkern, konnten sich von der gelungenen Arbeit überzeugen.

Ganz nebenbei konnte man noch etwas lernen, denn die Schüler erläuterten verschiedenste Experimente. Entspannte und lachende Gesichter zeugten davon, dass Naturwissenschaft auch Spaß machen kann. Beliebt war das "Schweine streicheln", bei dem durch eine optische Täuschung das Anfassen des kleinen rosa Tieres unmöglich gemacht wurde. "Das habe ich mir mal gewünscht", so Schulleiter Thomas Bonerz, dem das Vergnügen an physikalischen "Spielereien" auch als Lehrer nicht abhanden gekommen ist. Oft gibt es Kopfschütteln und Staunen über unglaubliche Dinge, die aber erklärbar sind. Und komisch wirke etwas nur dann, wenn nicht das passiert, was man gemeinhin erwartet, so Bonerz, der in seiner Rede zur Einweihung auf die Neugier der Schüler setzte. Die Aufgabe der Lehrer sei es, diese Neugier in Bahnen zu lenken, den Schülern Hilfestellungen zu geben, wie sie sich die Welt plan- und berechenbar machen können und sich in einer immer schneller wandelnden Welt zurechtfinden. Deshalb sei es auch wichtig, den Schülern Kompetenzen mitzugeben, die sie in ihrem späteren Leben gebrauchen können.

Durch die Umgestaltung des Saales hoffe man, dass dies noch besser gelingen möge. Heutzutage stehe nicht mehr das Lehrerexperiment im Vordergrund, sondern die Schüler selbst können Versuche ausprobieren. Der neu gestaltete Naturwissenschaftssaal biete nun die Möglichkeiten, selbstständig zu agieren und trage damit wesentlich zum Erkenntnisgewinn bei.

Ein besonderer Dank ging an den ehemaligen Schulleiter Helmut Kraus, der "das Projekt angestoßen hat" und der sich am Dienstag vom Ergebnis überzeugte. Markus Trescher, Geschäftsführer des Schulträgers, war begeistert von den gemeinsamen Anstrengungen am AMR, durch die solche Projekte umgesetzt werden könnten. Dafür seien natürlich auch die offenen Augen der Lehrer wichtig. Er wünschte "weiterhin gute Ideen" und sagte seine künftige Unterstützung zu. Bevor auf das neue "Schmuckstück" angestoßen wurde, segnete der Pfarrer Karl-Josef Lindemann den Raum. Lindemann erinnerte sich an die "Theatersäle" seiner Zeit und daran, dass Kirche und Naturwissenschaft lange auf Kriegsfuß standen. Er empfand den Saal als "wunderbar" und mit etwas Vorsicht und Gottes Segen steht einem unfallfreien Experimentieren nichts mehr im Wege. con

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