Neue Stadtvillen in Sengscheid

Ein altes Gehöft am Ortseingang von Sengscheid war ein Schandfleck. Jetzt ist das verfallene Gebäude abgerissen. Ab dem kommenden Jahr sollen auf dem Gelände Neubauten entstehen, die eine Stichstraße mit dem Steinkopfweg verbindet.

. Bis vor ein paar Wochen stand kurz hinter dem Sengscheider Ortseingangsschild auf der linken Seite ein verfallenes Gehöft. Schon viele Jahren lag es brach und zerfiel zusehends. Was die einen Sengscheider als Schandfleck wahrnahmen, sahen die anderen schon gar nicht mehr. So sehr hatte man sich über die Jahre an den Leerstand der Gebäude gewöhnt, die früher der Spedition Jungfleisch gehörten.

Einige Sengscheider können sich noch an Zeiten erinnern, als eine Ziege aus einem der Fenster der Gebäude schaute. Von der Straße Zum Ensheimer Gelösch waren nur die Fronten einiger Gebäude zu sehen. Wie groß das Grundstück zum Ensheimer Gelösch 11 ist, zeigt sich erst jetzt, nachdem die Gebäude abgerissen worden sind. Viele Sengscheider sind gespannt, wie es dort weitergeht. Eine erste Antwort gab das Schild am Bauzaun, auf dem die Rede von vier Stadtvillen ist, und auf dem ein Ansprechpartner zur Vermarktung der Grundstücke genannt ist.

Mit diesem, Günter Barhainski von der Dillinger Firma Remax, und Klaus Emich vom gleichnamigen St. Ingberter Baufachberatungsbüro, der mit "Spektralhaus" die Bauausführung übernimmt, traf sich die Saarbrücker Zeitung vor Ort, um Genaueres zum Bauprojekt zu erfahren. Das Grundstück soll perspektivisch in zwei Bauabschnitten realisiert werden, wovon der erste Teil mit rund 1600 Quadratmetern im Dezember 2015 genehmigt wurde. Die ersten vier Parzellen haben Größen zwischen 364 und 441 Quadratmeter, ein erstes Grundstück ist bereits verkauft.

Laut Plan stehen anfänglich jeweils zwei Häuser beidseitig einer Stichstraße, die später mit dem dahinter liegenden Steinkopfweg verbunden werden kann. Sobald der erste Bauabschnitt realisiert sei, werde der zweite Bauabschnitt beantragt, so Emich. Bereits seit 2012 seien laut Barhainski die Grundstücke in der Vermarktung, seit April 2014 ist Klaus Emich involviert. Dass es einige Zeit dauerte, bis Bewegung in die Bebauungspläne kam, sei auch dem Umstand geschuldet, dass der Grundstückseigentümer ein Interesse daran hatte, die Fläche als Ganzes zu verkaufen. Man habe sich dann mit allen Beteiligten, auch bei der Stadt und den Stadtwerken, an einen Tisch gesetzt, um die optimale Lösung zu finden. Die Häuser kommen nicht vom Reißbrett, sondern es werden individuelle Häuser mit zwei Vollgeschossen, einem Spitzdach, mit oder ohne Keller sowie Garage. Derzeit gehe man von der Gebäude-Kubatur ähnlich eines Würfels aus, die bis zu 200 Quadratmeter Wohnfläche bietet.

Es gebe in der Region eine enorme Nachfrage nach Häusern in solcher Lage, sagt Günter Barhainski. Bisher sei man aber noch nicht groß in die Werbung eingestiegen, weil das Grundstück bisher nicht vorzeigbar gewesen sei. Doch nun können sich Interessenten ein Bild vom künftigen Grund und Boden machen. Nach dem Abriss im Juli und August wurden Ziegel, Holz, Fenster und Türen in viel Handarbeit von den Abrissmassen getrennt und der Rest in einem mobilen Brecher zerkleinert und wieder in den Boden eingebaut. Nun werden die Kanal- und Versorgungsanschlüsse gelegt und im Frühjahr 2017 ist Baubeginn.