Neue Schritte im Bestattungswesen

Blieskastel. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Ortsrat Blieskastel-Mitte mit der Idee eines Bestattungswaldes, der nun in Blickweiler verwirklicht wird, Veränderungen im Bestattungswesen auf den Weg gebracht. "Die Bestattungskultur verlangt neue Wege, sie ist ein Spiegelbild der heutigen Gesellschaft", stellte Ortsvorsteher Jürgen Trautmann (CDU) fest

Blieskastel. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Ortsrat Blieskastel-Mitte mit der Idee eines Bestattungswaldes, der nun in Blickweiler verwirklicht wird, Veränderungen im Bestattungswesen auf den Weg gebracht."Die Bestattungskultur verlangt neue Wege, sie ist ein Spiegelbild der heutigen Gesellschaft", stellte Ortsvorsteher Jürgen Trautmann (CDU) fest. Auch in Blieskastel liege die Urnenbestattung mittlerweile bei über 50 Prozent. Die Umnutzung eines Lagers in Lautzkirchen zum Kolumbarium erläuterte Hartmut Hollstein vom Fachbereich Umwelt, Planung und Bauen der Stadt Blieskastel. "Eine Hauskapelle ist dort bereits genehmigt, der neue Raum liegt günstig auf der anderen Seite des Friedhofs, und auch vom Baurecht her gibt es keine Einwände", sagte Hollstein zu dem 34 Quadratmeter großen und abgeschlossenen Urnenraum.

"Bei dem Kolumbarium handelt es sich um einen neuartigen Urnen-Friedhof, der alte Traditionen aufgreift und gleichzeitig den Bedürfnissen einer modernen Trauer- und Bestattungskultur gerecht wird", stellte Christof Heß von der Firma Steimer und Grub das Projekt vor. Die Mindestruhezeit der Urne betrage 15 Jahre, diese Zeit könne jährlich verlängert werden, und nach Ablauf erfolge eine Endbestattung auf einem kirchlichen oder anderen Friedhof. Die Friedhofssatzung der Stadt gelte auch im neuen Kolumbarium. "Das Besondere hier ist, dass die Urne sichtbar hinter einer Glasscheibe steht. Es ist also keine ,anonyme' Bestattung, denn jede Kammer bekommt eine Nummer, und der Name des Verstorbenen ist jederzeit nachzusehen", so Christof Heß. In dem Video-überwachten Raum sei selbst während der Nacht Trauerarbeit der Angehörigen möglich. Die Konfession spiele keine Rolle, jeder könne bestattet werden. Die Kosten belaufen sich auf 1500 Euro für 15 Jahre Ruhezeit, für Ehepaare könne eine zweite Urne eingestellt werden. Das Kolumbarium stelle einen sicheren, warmen und harmonischen Raum dar, der für Besinnung, Gedenken und Erinnerung an den Verstorbenen zur Verfügung stünde.

Die neue Art der Bestattung sei in Nordrhein-Westfalen stark verbreitet. Der Ortsrat Blieskastel-Mitte hat mit einem einstimmigen Beschluss damit die Voraussetzungen einer Vorreiter-Rolle für das Saarland geschaffen, hieß es bei der Ortsratssitzung.

Hintergrund

Das Kolumbarium in Lautzkirchen bei der Firma Steimer und Grub soll im nächsten Jahr fertiggestellt werden. Träger ist die Altkatholische Kirche in Nordrhein-Westfalen. Diese bekommt auch die Gebühren und übernimmt, gleich in welcher Form, auch die Endbestattung. hh

www.blieskastel.de

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